Naturnahe Futterpflanzen für gesunde Landschildkröten: Auswahl, Anbau und Pflege
Welche Pflanzen eignen sich wirklich als Futter für Landschildkröten — und wie legst du ein artgerechtes Futtergehege an? Dieser praxisnahe Leitfaden zeigt sichere, nährstoffreiche Pflanzen, Anbau-Tipps und Fehler, die du vermeiden solltest.
Viele Halter suchen nach der perfekten "schildkröte futterpflanze" — also Pflanzen, die sicher, nahrhaft und einfach im Gehege anzubauen sind. Wichtig ist: Vielfalt, natürliche Zusammensetzung und Vermeidung von Giften und Pflanzenschutzmitteln. Im Folgenden findest du eine ausführliche Übersicht mit Pflanzenempfehlungen, Anbauhinweisen und Praxis-Tipps für drinnen und draußen.
Warum Futterpflanzen im Gehege wichtig sind
Ein abwechslungsreiches Sortiment an einheimischen Kräutern und Wildpflanzen deckt viele Nährstoffbedürfnisse von Landschildkröten ab. Pflanzen bieten Ballaststoffe, natürliche Mikronährstoffe, oft mehr Kalzium als kultiviertes Blattgemüse und fördern natürliches Fressverhalten. Außerdem sind sie kostengünstig und stören weniger das natürliche Verhalten als Dauerfütterung mit Salat oder Fertigfutter.
Sichere, bewährte Futterpflanzen (mit botanischen Namen)
Diese Pflanzen sind bei vielen Haltern und Schildkröten beliebt und gelten als gut geeignet:
- Löwenzahn (Taraxacum officinale) – Blätter und Blüten
- Breitwegerich (Plantago major) und Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
- Wilde Malve (Malva sylvestris) – sehr beliebt
- Klee (Trifolium spp.) – als Futtergras-Diversifizierung
- Disteln / Eselsdistel (jung, z. B. Onopordum spp.) – Blattnahrung ohne Dornen entwickeln
- Golliwoog / Callisia repens – feuchte Standorte, sehr beliebt
- Thymian, Salbei (als gelegentliche Zugabe, aromatisch)
- Gänseblümchen (Bellis perennis) und andere Ackerblumen – Blüten und Blätter
Weitere nützliche Pflanzen findest du in Samengemischen für Landschildkröten; Anbieter und Listen (z. B. Schildkröten-Farm, Green Me Up) bieten umfangreiche Übersichten.
Pflanzen, die du nur sparsam oder gar nicht geben solltest
- Rhabarber – enthält oxalsäure, giftig
- Avocado – für Reptilien potenziell gefährlich
- Zwiebel/Knoblauch, rohe Kartoffeln und Tomatenblätter – meiden
- Pflanzen aus ungeprüfter Quelle, die mit Pestiziden behandelt wurden
Manche Pflanzen wie Sauerampfer (Rumex) oder Rucola enthalten höhere Oxalate – sie können gelegentlich gefüttert werden, sollten aber nicht die Basis der Ernährung bilden.
Aufbau eines futterreichen Geheges
- Flächenaufteilung: Lege mehrere Pflanzzonen an (Liege-, Futter- und Versteckzonen). So können Pflanzen sich erholen und bieten dauerhafte Nahrung.
- Artenmix: Mische mehrjährige Kräuter (z. B. Plantago, Malva) mit einjährigen Arten und Gräsern.
- Rasen-Alternativen: Klee, Kräuter und niedrig wachsende Wildblumen sind robuster als reiner Zierrasen.
- Bewässerung & Drainage: Viele Futterpflanzen mögen durchlässigen Boden; Staunässe vermeiden.
- Schutz vor Fraß: Junge Pflanzen mit dünnem Drahtgitter oder Staudenringen schützen, bis sie etabliert sind.
Saat, Pflanzzeit und Pflege
- Saatgut: Verwende regionale Samenmischungen ohne exotische Zierpflanzen. Spezielle Schildkröten-Samenmischungen sind praktisch (z. B. Angebote auf Kräuterei Oldenburg oder spezialisierten Shops).
- Aussaat: Frühjahr und Spätsommer sind ideal. Viele Wildkräuter keimen bei direktem Sonnenlicht.
- Pflege: Nicht zu häufig mähen; lasse Blüten stehen, damit sich Samen bilden und Pflanzen sich selbst erhalten.
Ergänzung und Kalkversorgung
Auch mit gutem Pflanzenangebot benötigen manche Tiere zusätzliche Kalziumquellen. Biete zermahlene Sepiaschale oder Kalkstein bereit an und streue gelegentlich etwas Kalzium-Pulver auf das Futter — besonders bei wachsenden Jungtieren. UV-B-Licht (bei Haltung in Innengehegen) ist wichtig für die Kalziumverwertung.
Saisonale Fütterung und Beobachtung
Im Frühjahr und Herbst sind frische Wildpflanzen besonders nahrhaft. Im Hochsommer können manche Arten austrocknen — dann mehr schattige, feuchte Pflanzen (z. B. Malve) anbieten. Beobachte die Fressvorlieben deiner Tiere: Individualität ist groß, und die Tiere wählen oft die nährstoffreicheren Blätter.
Kaufen vs. Selber anpflanzen
- Kaufen: Fertige Futterpflanzen oder Samenmischungen sparen Zeit und sind praktisch für Neulinge (Achte auf biologische Anzucht und pestizidfreie Ware).
- Selber anpflanzen: Kostengünstig, ökologisch und fördert die Artenvielfalt im Gehege. Ideal sind heimische Wildpflanzen und Stauden.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
- Pflanzenschutzmittel: Niemals Pflanzen verwenden, die gespritzt wurden.
- Einzelpflanzen-Monokultur: Zu einseitig; sorge für Vielfalt.
- Zu junge Pflanzen ohne Schutz aussetzen: Jungpflanzen zuerst sichern, bis sie kräftig sind.
Weiterführende Links
Für tiefergehende Listen und Bezugsquellen siehe z. B. Schildkröten-Farm: Futterpflanzen, Green Me Up Übersicht und spezialisierte Anbieter mit Saatgutmischungen.
Mit einer gut geplanten Mischung aus einheimischen Kräutern, Wildblumen und robusten Stauden schaffst du ein dauerhaftes, nahrhaftes Angebot für deine Schildkröten. Achte auf Qualität der Pflanzen, saisonale Bedürfnisse und ergänze bei Bedarf Kalzium und UV-B – so bleiben die Tiere gesund und aktiv.
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