Pflanzen für Wachteln: die besten Kräuter, Sträucher und Tipps für gesunde Volieren
Mit der richtigen Bepflanzung wird die Wachtelvoliere naturnah, abwechslungsreich und gesundheitsfördernd. Dieser Artikel zeigt, welche Pflanzen Wachteln lieben, welche Pflanzen gefährlich sind und wie du erfolgreich in Käfig oder Außenvoliere pflanzt.
Warum Pflanzen für Wachteln sinnvoll sind
Pflanzen in der Voliere oder im Stall erfüllen mehrere Aufgaben: Sie bieten Futterergänzung (Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe), Beschäftigung (Scharren, Picken), Schutz und natürliche Nistmaterialien. Außerdem verbessern sie das Mikroklima, fördern nützliche Insekten und können Stress reduzieren. Dennoch gilt: Pflanzen sind Ergänzung — die Hauptnahrung sollte ein ausgewogenes Wachtelfutter bleiben.
Geeignete Kräuter und kleine Futterpflanzen
Viele Kräuter sind robust, aromatisch und verträglich für Wachteln. Sie stärken oft Verdauung und Immunsystem.
- Oregano, Thymian, Rosmarin – antiseptische Eigenschaften, gut getrocknet oder frisch.
- Brennnessel – reich an Mineralstoffen und fördert Gefieder; am besten kurz blanchiert oder als Samen/Nachwuchs.
- Petersilie – Vitamin C, in Maßen füttern (keine übermäßigen Mengen bei jungen Tieren).
- Kräuter wie Salbei, Kamille, Pfefferminze, Zitronenmelisse – beruhigend für das Verdauungssystem und geschmacklich beliebt.
- Klee und Luzerne – proteinreiches Grünfutter, gut als Zwischenfrucht oder in Töpfen.
Gräser, Bodendecker und Gründüngung
Kurze Gräser und Bodendecker bieten natürliche Futterfläche und werden gerne abgeweidet.
- Rotschwingel, Lolium (Rai/Weidelgras) – robust und schnellwachsend.
- Wiesen-Klee – ergänzt das Proteinangebot.
- Vogelmiere, Spitzwegerich, Wegerich – beliebte Wildkräuter mit gesundheitlichem Nutzen.
Sträucher und niedrige Gehölze für die Voliere
Sträucher liefern Schutz, Verstecke und saisonal Beeren, die Wachteln gerne naschen. Achte auf robuste, heimische Arten.
- Haselnuss (auch Korkenzieher-Hasel) – bietet dichten Schutz und Struktur.
- Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren – Beeren als Leckerbissen; Ranken bei Brombeeren bedrängen junge Pflanzen, daher schneiden.
- Hainbuche – als Hecke geeignet, robust und dicht.
- Salix (Weide) – schnellwachsend, Ruten sind nützlich.
Pflanzen, die du vermeiden solltest (giftig oder riskant)
Viele Zierpflanzen und Gartenpflanzen sind für Geflügel giftig. Vermeide diese Arten komplett in und um die Voliere:
- Rhododendron/Azalee (Giftstoffe: Grayanotoxine)
- Oleander (hochtoxisch)
- Eibe (Taxus) – extrem giftig, auch kleine Mengen tödlich
- Fingerhut (Digitalis), Goldregen (Laburnum), Rhabarberblätter, Nachtschattengewächse (z. B. Tollkirsche)
- Alle Pflanzen, die mit Pflanzenschutzmitteln, Schneckenkorn oder Dünger belastet sind – bei Wachteln kann schon geringe Belastung problematisch sein.
Wenn du unsicher bist, prüfe jede Pflanze vor dem Einbringen oder konsultiere eine Giftpflanzenliste für Haustiere.
Pflanztipps für Käfig und Außenvoliere
Wachteln neigen dazu, junge Pflanzen schnell anzufressen. Plane deshalb so:
- Schütze Jungpflanzen: Setze Bodendecker oder Kräuter in Töpfe/hochgesetzte Beete oder nutze Maschendraht-Käfige als Bewuchs-Schutz bis die Pflanzen etabliert sind.
- Robuste Arten zuerst: Beginne mit widerstandsfähigen Pflanzen (Klee, Gräser, Oregano), die häufiges Picken tolerieren.
- Wechselwirtschaft: Unterteile die Voliere in Zonen und wechsel die Bepflanzung, damit sich Pflanzen erholen können.
- Drainage und Erde: Verwende gut durchlässige Erde und keine torfhaltigen, stark gedüngten Substrate.
- Kein Gift: Vermeide Pestizide, Herbizide und Schneckenkorn. Nutze natürliche Methoden (Bierfallen, Kupferband, Absammeln).
Jahreszeitliche Pflege und Winter
Im Frühjahr kannst du neu säen und frische Kräuter pflanzen. Im Sommer regelmäßig gießen und zurückschneiden. Im Herbst winterharte Arten mulchen und empfindliche Kräuter ins Haus holen oder als Topf überwintern lassen. Begrenze während Frostperioden das Freigang-Angebot, damit Pflanzenbestand nicht komplett verloren geht.
Ernährung und Ergänzung
Pflanzen sind wertvoll, ersetzen aber nicht ein ausgewogenes Alleinfutter. Ergänze mit:
- Ausgewogenem Wachtelfutter (Protein- und Energiebedarf gedeckt)
- Grit und Calcium (Muschelschalen oder Sepiaschale für Legende)
- Gelegentlichen Proteingaben (Insekten, Mehlwürmer) — besonders bei Aufzucht
Weiterlesen und Bezugsquellen
Gute Praxisberichte und Pflanzlisten findest du z. B. bei der Vogelsberger Wachtelzucht: Welche Pflanzen und Kräuter sind gut für Wachteln und beim Wachtel-Shop zur Volierenbepflanzung: Pflanzen für Wachteln | wachtel-shop.com. Diese Seiten geben praktische Hinweise, welche Pflanzen gut geeignet sind und welche Probleme Nutzer beobachtet haben.
Fazit
Die richtige Auswahl an pflanzen für Wachteln verbessert das Wohlbefinden und die Gesundheit deiner Tiere. Setze auf robuste Kräuter, kurzrasige Gräser und heimische Sträucher, schütze Jungpflanzen vor Überweidung und vermeide giftige Arten sowie Chemikalien. Mit ein wenig Planung wird deine Voliere naturnah, abwechslungsreich und sicher — ein Gewinn für Tier und Halter.
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