Lebendige Oasen für Landschildkröten: die besten Pflanzen fürs Schildkrötengehege
Gut gewählte Pflanzen machen ein Schildkrötengehege naturnah, bieten Futter, Verstecke und mikroklimatische Vielfalt. Dieser Leitfaden zeigt, welche Arten geeignet sind, welche vermieden werden sollten und wie Sie ein dauerhaft gesundes Pflanzenkonzept umsetzen.
Ein artgerechtes Außengehege lebt von Vielfalt: niedrig wachsende Kräuter, robustes Gras, flächendeckende Bodendecker und einzelne Büsche schaffen Futterflächen, Schatteninseln und Verstecke. Bei der Auswahl der Pflanzen Schildkrötengehege steht immer die Kombination aus Fraßverträglichkeit, Widerstandskraft und Sicherheit (keine Giftpflanzen, keine Pestizide) im Vordergrund.
Welche Pflanzen eignen sich als Futterpflanzen?
Als Grundsatz gilt: Bevorzugen Sie heimische Wildkräuter und robuste Kräuter. Sie liefern die richtige Mischung aus Ballaststoffen, Mineralstoffen (vor allem Kalzium) und sekundären Pflanzenstoffen.
- Wiesenkräuter: Löwenzahn, Spitzwegerich (Plantago), Breitwegerich, Gänseblümchen, Klee, Schafgarbe.
- Kräuter: Oregano, Thymian, Salbei (sparsam), Rosmarin (als Duftgehölz), Borretsch, Kapuzinerkresse, Ringelblume (Calendula).
- Blattpflanzen: Ackersenf, Ackerhellerkraut, Stiefmütterchen, viele Löwen- und Senfarten.
- Sukzulenten: Sedum (Fette Henne) – gut als Trockenheits- und Trittfest-Bodendecker.
Praktische Bezugsquellen und Beispiel-Listen finden Sie u. a. bei Landschildkröten-Stationen und spezialisierten Shops (Landschildkröten Stuttgart, Terratuga / Schildkrötenshop).
Welche Pflanzen eignen sich als Struktur- und Deckungspflanzen?
Für Schatten, Klettermöglichkeiten und Verstecke eignen sich niedrig bleibende Sträucher und mehrjährige Stauden:
- Kräutersträucher: Lavendel, Thymian, Rosmarin – sie sind trockenheitsverträglich und duften, dürfen aber nicht als alleiniges Futter betrachtet werden.
- Stauden: Königskerze (Verbascum), Lungenkraut (Pulmonaria), Funkien (Hosta) – letztere nur in Bereichen, wo viel Schatten und Feuchte vorhanden ist.
- Sträucher (sparsam): Kleine, ungiftige Sträucher als Sichtschutz; auf großkronige, stark schattenspendende Bäume verzichten (Schildkröten brauchen Sonne).
Pflanzen, die Sie vermeiden sollten
Es gibt einige Giftpflanzen, die im Gehege nichts zu suchen haben, sowie Pflanzen, die durch Dünger oder Schädlingsbekämpfung gefährlich werden können:
- Rhododendron, Lorbeergewächse (z. B. Kirschlorbeer), Oleander, Eibe, Tollkirsche, Fingerhut (Digitalis) – alle als giftig bekannt.
- Zierpflanzen mit behandeltem Substrat oder Neuanpflanzungen aus dem Baumarkt, die oft mit Insektiziden behandelt sind.
- Pflanzen mit hohem Oxalsäuregehalt (z. B. Rhabarberblätter) oder stark bittere Arten in größeren Mengen.
Nutzen Sie vertrauenswürdige Futterlisten (z. B. Landschildkröten.de) und prüfen Sie Zweifelsfälle vorab.
Gestaltung und Pflanzplanung
So planen Sie ein langlebiges Pflanzenkonzept:
- Zonen anlegen: Sonnenzone (wärmeliebende Pflanzen), Halbschatten, Feuchtzone, Versteck-/Hügelzone.
- Bodenvorbereitung: Je nach Standort durchlässigen, mineralischen Boden mit Sandanteil schaffen; viele Wildkräuter mögen nährstoffärmere Böden.
- Flächenbegrünung: Saatgut-Wildblumenmischungen und Bodendecker (Klee, Odermennig) sorgen schnell für Fraßflächen.
- Nachpflanzung: Junge Pflanzen durch mobile Abdeckungen oder Einzäunungen schützen, bis sie robust sind.
Pflegehinweise
Weniger ist oft mehr: Kein Dünger, keine Herbizide/Insektizide. Regelmäßiges Mähen von Wiesenflächen in großen Bereichen fördert Artenvielfalt: schneiden Sie nicht überall auf einmal, sondern in Streifen, damit immer Blüten für Insekten und Futterflächen für Schildkröten bleiben. Gießen nur in Trockenperioden, außer bei frisch gesetzten Pflanzen.
Winterschutz und saisonale Tipps
Mehrjährige Kräuter und viele Wildpflanzen sind winterhart. Schützen Sie empfindliche Jungpflanzen mit Laub- oder Reisigmulch; vermeiden Sie jedoch Staunässe. Entfernen Sie im Frühjahr Zersetztes nur leicht, um Nützlingen und Bodendeckern Rückzug zu bieten.
Besondere Hinweise zur Fütterung
Pflanzen im Gehege sind Teil der täglichen Nahrungsaufnahme, dürfen aber nicht die einzige Futterquelle sein. Bieten Sie eine abwechslungsreiche Mischung und ergänzen Sie bei Bedarf mit calciumreichen Ergänzungen (z. B. Kalksand für ausgewiesene Arten). Obst nur gelegentlich als Leckerbissen (Apfel ohne Kerne, Beeren).
Bezugsquellen, Zertifikate und Verantwortung
Kaufen Sie möglichst unverbrauchtes, frei von Pestiziden und als winterhart deklariertes Pflanzenmaterial. Anbieter wie Kräuterei Oldenburg oder spezialisierte Shops (Schildkröten-Paradies, Landschildkröten Hunsrück) bieten oft geprüfte Mischungen und Pflanzlisten.
Fazit
Mit der richtigen Pflanzenauswahl wird aus einem Gehege ein lebendiger, naturnaher Lebensraum: Setzen Sie auf heimische Wildkräuter, robuste Kräuter und geeignete Bodendecker, meiden Sie Giftpflanzen und Chemie und planen Sie abwechslungsreiche Zonen. So schaffen Sie ein dauerhaft gesundes pflanzen Schildkrötengehege, das sowohl Ihren Tieren als auch der Biodiversität im Garten zugutekommt.
Weiterführende Links und Checklisten zur Pflanzenauswahl finden Sie bei den oben genannten Spezialseiten sowie in regionalen Schildkröten-Foren und -Stationen. Bei Unsicherheit zu einzelnen Pflanzenarten: Fotos machen und lokale Reptilien- oder Naturschutzgruppen zur Bestätigung fragen.
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