Kräuterbeet für Pferde anlegen: gesund, platzsparend und pflegeleicht
Ein eigenes Kräuterbeet für Pferde bringt Abwechslung, natürliche Unterstützung für Gesundheit und Beschäftigung auf die Weide oder in den Offenstall. Dieser praktische Leitfaden zeigt, welche Pflanzen geeignet sind, wie du das Beet planst, anlegst und sicher pflegst — Schritt für Schritt.
Warum ein Kräuterbeet für Pferde?
Ein Kräuterbeet für Pferde ergänzt die Raufutterration, fördert das Wohlbefinden und kann kleine gesundheitliche Probleme auf natürliche Weise unterstützen. Außerdem dient es als Beschäftigung und fördert das natürliche Suchverhalten. Ein gut geplantes Beet liefert das ganze Jahr über frische Aromen — vom beruhigenden Lavendel bis zur verdauungsfördernden Pfefferminze.
Welche Kräuter eignen sich fürs Kräuterbeet?
Wähle robuste, an Pferde verfügbare Kräuter, die regelmäßiges Abweiden vertragen. Hier eine Auswahl bewährter Pflanzen mit kurzer Wirkungserklärung:
- Kamille – beruhigend, hilft bei Magen-Darm-Beschwerden.
- Fenchel – verdauungsfördernd, magenberuhigend.
- Pfefferminze – appetitanregend und krampflösend (sparsam geben).
- Löwenzahn – blutreinigend, appetitanregend; oft ohnehin auf Weiden vorhanden.
- Brennnessel – reich an Mineralstoffen (vor dem Füttern trocknen oder sparsam anbieten).
- Melisse – beruhigend, gut für nervöse Pferde.
- Ringelblume (Calendula) – entzündungshemmend; äußerlich und innerlich mild verwendbar.
- Lavendel – beruhigend, auch als Duft im Stall nützlich.
- Salbei – antiseptisch, gilt aber für regelmäßige Fütterung eher sparsam einsetzen.
Hinweis zu Dosierung und Wirkung
Medizinische Kräuter nicht unkontrolliert in großen Mengen verfüttern. Bei gezielter Anwendung immer Tierarzt oder Pferdeheilpraktiker konsultieren, besonders bei trächtigen Stuten, Pferden mit Stoffwechselerkrankungen (z. B. EMS/Cushing) oder Allergien.
Diese Pflanzen sollten im Beet fehlen
- Ricinus (Wunderbaum), Goldregen, Eibe und andere hochgiftige Gartenpflanzen – unbedingt vermeiden.
- Stauden mit starken ätherischen Ölen in großen Mengen (z. B. Thymian, größere Mengen Salbei) nur sparsam.
- Rasensaat-Mischungen mit giftigen Wildkräutern regelmäßig prüfen und unerwünschte Arten sofort entfernen.
Standort, Größe und Boden
Wähle einen sonnigen bis halbschattigen Platz mit gut durchlässigem Boden. Die Beetgröße richtet sich nach Pferdezahl und Nutzung: Für kleine Herden reichen mehrere Quadratmeter, für größere Herden empfiehlt sich eine Kombination aus Beet und Kräuter- & Knabberzonen. Lockere, humusreiche Erde und eine pH-neutral bis leicht kalkige Basis sind ideal.
Beet anlegen: Schritt-für-Schritt
- Planen: Teile das Beet in Zonen (z. B. robuste Kräuter, feinblättrige Kräuter, Duftzone).
- Vorbereiten: Boden unkrautfrei machen, ggf. Kompost einarbeiten (3–5 cm).
- Abgrenzen: Schutzrand gegen Abfraßen anlegen oder das Beet mit einem niedrigen Zaun versehen.
- Pflanzen: Jungpflanzen einpflanzen oder Samen austreuen. Setze robuste Arten an die Ränder, empfindlichere in die Mitte.
- Mulchen: Dünne Mulchschicht (Stroh oder Rindenmulch) zur Feuchtigkeitsregulierung, aber nicht direkt an empfindliche Stängel legen.
- Erstschutz: Gitter oder mobile Zäune für 4–8 Wochen, bis die Pflanzen etabliert sind.
Schutz vor Abweiden und Pflege
Pferde fressen gern alles ab — deshalb sind Schutzmaßnahmen wichtig:
- Mobiler Paddockzaun oder Kräuterinseln, die nur in Intervallen geöffnet werden.
- Robuste Einzelpflanzinseln mit Pfosten oder Wurzelschutz.
- Regelmäßiges Nachsäen und Austausch hochgradig abgeweideter Pflanzen.
Gießen in trockenen Perioden, einmal jährliche Düngung mit organischem Dünger, und Rückschnitt nach der Vegetationszeit fördern Vitalität.
Ernte, Verfütterung und Anwendung
Ernte morgens nach dem Abtrocknen des Taues — für Trocknung: locker aufhängen oder auf Gittern ausbreiten. Frische Kräuter als Leckerli oder zur Futterbeigabe; bei medizinischer Nutzung an Dosierung halten. Einfache Anwendungen:
- Beruhigendes Heu mit Melisse oder Lavendel aromatisieren.
- Kamillen-Aufguss als Kur bei milden Magenbeschwerden (nur nach Rücksprache).
- Brennnesseln getrocknet als Mineralstoffergänzung.
Häufige Fehler vermeiden
- Zu große, ungeschützte Beete direkt in der Herde anlegen — Pflanzen werden zu schnell abgefressen.
- Keine Rücksprache bei medizinischer Kräuternutzung — Gefahr von Wechselwirkungen.
- Vernachlässigte Pflege führt zu Verunkrautung und Ausbreitung von unerwünschten Pflanzen.
Extra-Tipps: Kräuterkisten & Paddock-Trail
Wenn wenig Platz vorhanden ist, sind Kräuterkisten oder -töpfe eine gute Alternative. Sie lassen sich mobil platzieren und schützen die Pflanzen besser vor übermäßigem Abgrasen. Für Abwechslung auf Paddock-Trails eignen sich mehrere kleine Kräuterelemente entlang der Route — so werden Pferd und Mensch zum Entdecken animiert.
Weiterführende Links & Literatur
Zum Weiterlesen und als Inspiration kannst du folgende Seiten anschauen:
- Wie du deinem Pferd ein Kräuterbeet bauen kannst — Carevallo
- Kräuterkiste für Pferde — PerNaturam
- 10 Kräuter für Offenstall & Paddock Trail — FitYourPony
- Kräutergarten planen — Pferderevue
Fazit
Ein durchdachtes kräuterbeet pferde ist eine sinnvolle Investition: Es bietet natürliche Futtervielfalt, fördert die Gesundheit und bereichert das Alltagsleben der Tiere. Plane das Beet nach Größe und Nutzung, schütze junge Pflanzen vor Überweidung und nutze Kräuter verantwortungsvoll — dann hast du langfristig Freude an deinem Kräuterprojekt.
Wenn du möchtest, erstelle ich dir einen konkreten Pflanzplan für deine Stall- oder Weidesituation (Pferdeanzahl, Standort, Bodenbeschaffenheit) — schreib mir kurz die Eckdaten.
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