Fette Henne für Landschildkröten: Futterpflanze, Risiken und Anbau im Gehege
Die Fetthenne (auch: Fette Henne, Sedum-Arten) ist bei Haltern von Landschildkröten beliebt — sie wächst robust, treibt früh aus und wird oft gern gefressen. Dieser Artikel erklärt, welche Sedum-Arten geeignet sind, wie viel Sie füttern dürfen, worauf Sie beim Anbau im Gehege achten sollten und welche Risiken (z. B. Oxalsäure, Pflanzenschutzmittel) es gibt.
Was ist die "Fette Henne"?
„Fette Henne" ist ein gebräuchlicher Name für mehrere Sedum-Arten (z. B. Sedum telephium, Sedum spectabile, Sedum spurium). Es sind sukkulente, mehrjährige Stauden mit fleischigen Blättern, die Nährstoffe speichern. Im Garten sind sie als Bodendecker oder Zierpflanzen beliebt, im Schildkrötengehege dienen sie oft als Futter- und Deckpflanze.
Warum mögen Schildkröten Fetthenne?
- Sie hat fleischige, saftige Blätter und guten Geschmack für viele Landschildkröten.
- Sie wächst robust und regeneriert sich nach Verbiss relativ gut.
- Frühes Austriebverhalten: bereits im Frühjahr verfügbar, wenn noch nicht viele Wildkräuter wachsen.
Nährwerte und gesundheitliche Aspekte
Fetthenne liefert Wasser, Ballaststoffe und einige Mineralstoffe. Allerdings variieren Nährstoffgehalte je nach Art, Standort und Jahreszeit. Wichtig für Schildkrötenhalter ist das Calcium-zu-Phosphor-Verhältnis: viele Sedum-Arten sind im Vergleich zu einigen Wildkräutern nicht optimal, liefern aber zusätzliches Grünfutter.
Oxalsäure — ein häufiger Vorbehalt
Oxalsäure kommt in vielen Pflanzen vor. Bei einigen Sedum-Arten können höhere Oxalatwerte diskutiert werden. In der Praxis:
- Ein moderater Verzehr ist bei gesunden, ausgewachsenen Landschildkröten unproblematisch.
- Bei einseitiger, ausschließlicher Fütterung mit oxalatreichen Pflanzen können jedoch Probleme bei der Calciumaufnahme entstehen.
- Futtermischung: Fetthenne sollte Teil einer abwechslungsreichen Ernährung sein — neben Wildkräutern, Löwenzahn, Gräsern und anderen sicheren Pflanzen.
Welche Arten sind empfehlenswert?
Viele Halter verwenden Sedum telephium bzw. Sedum spectabile (auch als Fetthenne/Fetthenne-Sorten verkauft). Bodendeckende Sedum-Arten (z. B. Sedum spurium) werden ebenfalls gefressen. Achten Sie beim Kauf auf ungiftige Kultursorten und vermeiden Sie Zuchtformen mit unbekannten Zusätzen (starke Zierformen, Spezialdünger).
Füttern: Wie viel und wie oft?
- Als Ergänzung: Fetthenne ist geeignet als Ergänzungsfutter — nicht als Alleinfutter.
- Portionsgröße: Bieten Sie kleine Mengen zusammen mit anderen Futterpflanzen an. Beobachten Sie, ob die Schildkröten die Fetthenne gut verwerten.
- Junge, schnell wachsende Schildkröten brauchen ein ausgewogenes Calcium-Verhältnis; hier Fetthenne nur ergänzend geben und Kalziumzufuhr (z. B. Sepiaschale, Kalziumpräparate) sicherstellen.
Fetthenne im Gehege anpflanzen: Tipps
- Standort: Sonnig bis halbschattig, durchlässiger Boden. Sedum toleriert Trockenheit.
- Pflanzenabstand: Als Polsterpflanze hilft Bodendeckung und verhindert Erosion durch Buddeln.
- Pflege: Wenig gießen, kaum düngen — zu nährstoffreicher Boden fördert Blattwachstum und weniger Blattdichte.
- Regeneration: Schneiden Sie im Herbst verblühte Triebe zurück; Sedum treibt im Frühjahr zuverlässig neu aus.
Ernte, Lagerung, Verabreichung
Sammeln Sie Blätter frisch und bieten Sie sie roh an. Gefriergetrocknete Produkte gibt es vereinzelt im Fachhandel, frische Pflanzen sind allerdings vorzuziehen. Achten Sie darauf, dass die Pflanzen frei von Pflanzenschutzmitteln, Schneckenkorn oder anderen Giften sind.
Risiken und Vorsichtsmaßnahmen
- Pflanzenschutzmittel: Kaufen oder ernten Sie Pflanzen ohne Pestizide. Rückstände sind für Schildkröten gefährlich.
- Verwechslungsgefahr: Einige Zierpflanzen können giftig sein. Stellen Sie sicher, dass wirklich Sedum- bzw. Fetthenne-Arten im Gehege wachsen.
- Einseitige Ernährung: Vermeiden Sie ausschließliches Füttern mit Fetthenne — Vielfalt ist wichtig.
- Parasiten/Schnecken: Achten Sie auf Schneckenkontakte; in Foren wird Fetthenne manchmal als Hausmittel erwähnt, aber medizinische Probleme sollten mit einem Tierarzt besprochen werden (z. B. Quelle: Landschildkröten-Forum).
Weiterführende Quellen und Praxisberichte
Erfahrungsberichte und Tipps von Haltern finden Sie in verschiedenen Foren und Vereinsseiten. Nützliche Links:
- Fette Henne – Testudoland (Erfahrungsbericht)
- Diskussion im Tierforum: Fetthenne als Futterpflanze
- Futter- und Gehegepflanzen – Landschildkröten Stuttgart (Übersicht zu geeigneten Pflanzen)
- Hinweise zur Oxalsäure – Landschildkröten im Hunsrück
Fazit
Fetthenne ist eine nützliche, meist unproblematische Ergänzung im Speiseplan von Landschildkröten: robust, früh verfügbar und gern gefressen. Wichtig ist eine abwechslungsreiche Fütterung, saubere, unbehandelte Pflanzen und bei Unsicherheiten (krankes Tier, Junghaltung, Verdacht auf Nährstoffmangel) die Rücksprache mit einem reptilienkundigen Tierarzt. Im Idealfall pflanzen Sie Fetthenne direkt im Gehege — so profitieren die Schildkröten von frischem, natürlichem Grün und Sie haben dauerhaft eine zuverlässige Futterquelle.
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