Kakerlaken im Garten: erkennen, unterscheiden und dauerhaft loswerden
Kakerlaken im Garten sind für viele Hobbygärtner ein unangenehmes Thema: Manche Schaben sind harmlos und gehören zur natürlichen Fauna, andere können auf einen Befall in Haus oder Kompost hinweisen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Kakerlaken von harmlosen Waldschaben unterscheiden, welche Ursachen dahinterstecken und welche sicheren, wirksamen Schritte zur Vorbeugung und Bekämpfung sinnvoll sind.
Woran erkenne ich Kakerlaken im Garten?
Kakerlaken (Schaben) wirken auf den ersten Blick ähnlich – flache, langgestreckte Körper und schnelle Laufbewegungen. Wichtig für die Einschätzung sind jedoch:
- Aussehen: Gartenbewohner wie die Bernstein-Waldschabe sind oft heller, braun bis bernsteinfarben und wirken weniger glänzend als typische Küchenschaben.
- Größe: Gartenarten erreichen meist 10–20 mm; die heimische „Deutsche Schabe“ (Küchenschabe) ist ähnlich groß, unterscheidet sich aber im Verhalten.
- Lebensraum: Tritt die Schabe vorwiegend draußen in Komposthaufen, unter Steinhaufen oder in niedrigem Gebüsch auf, handelt es sich häufig um eine harmlose Waldschabe. Wenn Sie Schaben in Hausnähe, in Kellern oder Küchen sehen, ist Vorsicht geboten.
- Aktivitätszeit: Kakerlaken sind nachtaktiv. Sichtungen am Tag deuten oft auf eine größere Population oder Störungen des Verstecks hin.
Für Hintergrundinfos und Abbildungen siehe z. B. die Ratgeberseiten von Mein schöner Garten und ARDAP: Mein schöner Garten, ARDAP – Kakerlaken erkennen.
Harmlos oder Schädling: die wichtigsten Unterschiede
- Bernstein-Waldschabe (Ectobius spp.): Lebt natürlicherweise draußen, nützlich für das Ökosystem, kein Indikator für Hygieneprobleme.
- Deutsche Küchenschabe (Blattella germanica) und andere Kulturfolger: Typische Schädlinge, die in Gebäude eindringen, Lebensmittel verunreinigen und Krankheitserreger übertragen können.
Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um eine harmlose Waldschabe oder eine Schädlingsart handelt, helfen Fotos, Beobachtungen zum Vorkommen (nur draußen vs. auch drinnen) und bei Bedarf ein Fachberater vom Gartenamt oder Schädlingsbekämpfer. Hintergrundinfos: Planet Schule – Lebensräume & Kakerlaken.
Warum tauchen Schaben im Garten auf?
- Verstecke und Schutz: Stein- oder Holzstapel, dichte Mulchschichten und Kompost bieten tagsüber Schutz.
- Nahrungsquellen: Fallobst, Kompost, Vogelfutterreste, Hund- oder Katzennahrung ziehen Schaben an.
- Feuchtigkeit: Feuchte Stellen wie überbewässerte Beete, undichte Wasserleitungen oder stehende Wasserflächen sind attraktiv.
- Eintrag ins Freie: Gebrauchte Gartenmöbel, Geräte oder Topfpflanzen können Schaben einschleppen.
Vorbeugen: So machen Sie den Garten unattraktiv
Vorbeugung ist meist die beste Maßnahme – hier die effektivsten Schritte:
- Verstecke minimieren: Stein- und Holzstapel erhöht lagern oder entfernen. Mulch dünner auftragen und nicht direkt an Hauswänden anlegen.
- Kompost richtig führen: Gut durchlüftete, abgedeckte Komposthaufen reduzieren Schädlinge. Kompostbehälter schließen, gelegentlich umsetzen.
- Sauberkeit rund ums Haus: Kein liegengebliebenes Fallobst, Hundekot und Tierfutter nachts entfernen, Vogelfutterstellen sauber halten.
- Wasserquellen reduzieren: Trockene Bereiche schaffen, stehendes Wasser vermeiden, Tropfleitungen reparieren.
- Zugänge verschließen: Türen dicht, Ritzen im Mauerwerk, Lüftungsöffnungen und Rohre mit geeigneten Abdeckungen versehen.
Bekämpfung: schonend und wirksam
Wenn Maßnahmen zur Vorbeugung nicht ausreichen, können diese Optionen helfen. Achten Sie auf Umwelt- und Haustierschutz – viele Gifte dürfen nicht unkontrolliert im Garten ausgebracht werden.
Mechanische Methoden
- Klebefallen: Gut zur Überwachung und für kleine Populationen. Lage anfüllen, regelmäßig kontrollieren.
- Absammeln: Sichtbare Tiere nachts mit Taschenlampe absammeln und entfernen.
Physikalisch / natürliche Mittel
- Diatomeenerde: Wirkt trocken angewendet als mechanisches Gift; vorsichtig einsetzen, da sie auch Nützlinge beeinträchtigt.
- Borsäure/ Borsalz: Effektiv gegen Schaben, aber toxisch für Haustiere und Kinder. Nur punktuell und sicher anwenden.
- Seifen- oder Wassersprays: Für direkte Bekämpfung einzelner Tiere geeignet, nicht für Flächenbehandlung.
- Backpulver und Zucker: Ein oft genanntes Hausmittel; wissenschaftlich ist die Wirkung begrenzt und nicht zuverlässig für Befallsbekämpfung.
Chemische Bekämpfung
Bei starkem Befall oder Kulturfolgern (z. B. Küchenschaben) können professionelle Köderdosen oder Kontaktinsektizide erforderlich sein. Verwenden Sie nur zugelassene Produkte und beachten Sie genau die Anwendungsbestimmungen. Im Zweifelsfall beauftragen Sie einen zertifizierten Schädlingsbekämpfer. Weiterführende Infos: COMPO – Schaben bekämpfen.
Wann ist professionelle Hilfe nötig?
- Schaben dringen ins Haus ein (Küche, Keller).
- Mehrere Sichtungen trotz Vorbeugemaßnahmen.
- Unbeherrschbarer Kompost- oder Müllproblem.
Ein Profi kann Artbestimmung, gezielte Maßnahmen und Folgekontrollen durchführen. Bei unsicherer Artbestimmung hilft oft auch die lokale Gartenberatung: Gartenberatung – Bernstein-Waldschabe.
Fazit
Kakerlaken im Garten sind nicht immer ein Grund zur Sorge: Viele Waldschaben sind harmlose Bestandteile des Ökosystems. Entscheidend ist, ob Schaben ins Haus vordringen oder ob Nahrungs- und Wasserquellen im Garten Anziehungspunkte schaffen. Mit aufgeräumten Komposthaufen, reduziertem Mulchkontakt an Hauswänden, Verminderung von Fallobst und gezielter Kontrolle können Sie die meisten Probleme verhindern. Bei anhaltendem Befall sollten Sie sachkundige Hilfe hinzuziehen, um gesundheitliche Risiken und Schäden zu vermeiden.
Weiterlesen: Kakerlake im Garten? So werden Sie die Schädlinge los!, BR24 – Harmlose Bernsteinschabe oder schädliche Kakerlake?
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