Schlangengurken: Der Praxis-Guide für Anbau, Pflege und Verwendung
Schlangengurken sind knackig, aromatisch und ideal für Salate — und dabei überraschend einfach zu ziehen. Dieser Guide erklärt alles Wichtige von Sorten über Aussaat bis zum Ernten und Verarbeiten, damit Ihre Ernte im Garten oder Gewächshaus gelingt.
Was sind Schlangengurken?
Schlangengurken (Cucumis sativus) sind lange, schlanke Gurken, die meist als Salatgurken verwendet werden. Sie unterscheiden sich von Einlegegurken durch ihre Länge, glatte bis leicht genoppte Schale und mildes Aroma. Beliebte Marktsorten sind z. B. LongStar, Fitness oder veredelte Varianten, die besonders widerstandsfähig sind.
Warum Schlangengurken anbauen?
- Hoher Fruchtansatz und schnelle Erträge.
- Vielfältig verwendbar: Rohkost, Salate, Dips (z. B. Tzatziki).
- Gute Eignung für Gewächshaus oder sonnigen Balkon mit Rankhilfe.
- Viele robuste veredelte Sorten reduzieren Krankheiten und Bodenmüdigkeit.
Sortenüberblick
Es gibt klassische Freiland- und wärmeliebende Gewächshaus-Sorten. Beispiele und Besonderheiten:
- LongStar: besonders lange, dunkelgrüne Früchte, robust.
- Fitness: früher Fruchtansatz, hoher Ertrag.
- Veredelte Schlangengurken: auf Kürbisunterlagen veredelt, tolerant gegen bodenbürtige Pilze und Bodenmüdigkeit.
Mehr Informationen zu Sorten finden Sie z. B. bei Mein Schöner Garten oder bei Saatgutanbietern wie Jansen Zaden.
Standort und Boden
Schlangengurken lieben Wärme und Sonne. Optimal sind:
- Ein vollsonniger Standort (mind. 6 Stunden Sonnenlicht täglich).
- Temperaturen über 18 °C — Frühbeet oder Gewächshaus beschleunigt Ertrag.
- Gut durchlässiger, humoser Boden mit pH 6,0–7,0; nährstoffreich, aber nicht staunass.
Aussaat und Pflanzung
Aussaat im Haus (Vorkultur) oder direkt ins Freiland ist möglich:
- Vorkultur: ab April–Mai bei 20–25 °C. Pikieren und ab Mitte Mai nach draußen (Frostgefahr vorbei).
- Direktsaat: ab Ende Mai, wenn der Boden ausreichend warm ist.
- Pflanzabstand: 50–100 cm in Reihen; bei waagerechter Kultur an Rankhilfe platzsparend.
- Tipp: Jungpflanzen im Topf vor dem Auspflanzen gut angießen und abhärten (länger an kühleren Tagen draußen stellen).
Rankhilfe, Gießen und Düngen
Schlangengurken klettern gerne — Rankhilfen erhöhen Ertrag und Hygiene:
- Rankgitter, Schnüre oder Spaliere sparen Platz und halten Früchte sauber.
- Gießen: gleichmäßig und bodennah gießen; starke Temperaturschwankungen vermeiden. Tropfbewässerung ist ideal.
- Düngen: nach dem Anwachsen regelmäßig düngen (Kompost, organische Volldünger). Bei intensiver Kultur flüssigdüngen im 2–3-Wochen-Rhythmus.
Beschneidung und Bestäubung
Im Gewächshaus ist gelegentliches Ausgeizen (Seitentriebe entfernen) sinnvoll, um Luft und Licht zu verbessern. Schlangengurken bilden männliche und weibliche Blüten; in Gewächshäusern ohne Insekten kann man mit einem Pinsel bestäuben oder Sorten wählen, die parthenokarp (samenlos) Früchte ohne Bestäubung bilden.
Krankheiten und Schädlinge
Wichtige Probleme und Vorbeugung:
- Echter und falscher Mehltau: gute Luftzirkulation und Abstand halten; befallene Blätter entfernen; resistente Sorten.
- Gurkenmosaikvirus: wird von Blattläusen übertragen — Blattlauskontrolle, Nützlinge fördern.
- Bodenpilze (Wurzelfäule): Fruchtfolge, veredelte Pflanzen und gut durchlässiger Boden helfen.
- Schädlinge: Blattläuse, Spinnmilben, Raupen — regelmäßige Kontrolle, Nützlinge (Marienkäfer, Raubmilben) einsetzen, bei Bedarf gezielte, schonende Pflanzenschutzmittel.
Ernte und Lagerung
Schlangengurken werden geerntet, wenn sie glatt, dunkelgrün und in der gewünschten Länge sind (je nach Sorte 20–40 cm oder länger). Ernte regelmäßig durchführen — das fördert neuen Fruchtansatz. Lagerung:
- Bei 8–10 °C und hoher Luftfeuchte halten Gurken 1–2 Wochen.
- Nicht neben ethylenproduzierenden Früchten (Bananen, Tomaten) lagern — sonst werden sie matschig.
Verwendung in der Küche
Schlangengurken sind vielseitig:
- Roh in Salaten oder als Rohkost mit Dip (klassisch: Tzatziki).
- In dünnen Scheiben auf Sandwiches und Bowls.
- Leicht eingelegt mit Dill, Essig und Zucker für knackige Beilagen.
Rezeptidee: Einfache Gurkensalat-Dressing: Joghurt, Zitronensaft, Dill, Salz, Pfeffer und etwas Olivenöl — frisch und schnell.
Häufige Anfängerfehler und wie man sie vermeidet
- Zu frühe Auspflanzung: Frost kann junge Pflanzen schädigen — warten bis keine Nachtfröste mehr drohen.
- Unregelmäßiges Gießen: führt zu bitteren Früchten oder wurzelbedingten Problemen — gleichmäßig feucht halten.
- Zu dichte Pflanzung: fördert Krankheiten — Abstand und gute Luftzirkulation sicherstellen.
- Keine Rankhilfe: führt zu verschmutzten und deformierten Früchten — früh aufbinden.
Weiterführende Quellen
Für detaillierte Sortenbeschreibungen und Bezugsquellen schauen Sie bei Gartenportalen und Anbieterseiten wie Mein Schöner Garten, OBI Magazin oder bei Saatgut- und Pflanzenshops.
Fazit
Schlangengurken sind eine lohnende Kultur für Hobbygärtner und Balkongärtner gleichermaßen: Wärme, regelmäßiges Gießen, gute Nährstoffversorgung und Rankhilfen sind die Schlüssel zum Erfolg. Mit der richtigen Sorte (auch veredelte Varianten) und etwas Pflege bekommen Sie knackige, aromatische Früchte über Wochen — frisch vom Garten auf den Teller.
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