Sommergrün aus Neuseeland: Neuseeländer Spinat anbauen, ernten und genießen
Robust, saftig und ideal für den heißen Sommer – Neuseeländer Spinat ist eine unkomplizierte Alternative zum normalen Spinat. In diesem Beitrag erfährst du alles Wichtige zu Anbau, Pflege, Ernte, Verwendung und typischen Problemen.
Was ist Neuseeländer Spinat?
Der Neuseeländer Spinat (Tetragonia tetragonioides), auch Neuseelandspinat genannt, ist keine echte Spinatsorte, sondern eine sommergrüne Blattgemüsepflanze mit fleischigen, dreieckigen Blättern. Ursprünglich an den küstennahen Regionen Neuseelands und Australiens heimisch, bringt sie frische, würzige Blätter in die Küche – besonders in der warmen Jahreszeit, wenn gewöhnlicher Blattspinat schossgefährdet ist.
Warum Neuseeländer Spinat anbauen?
- Hitzetolerant: Ideal für Sommermonate, wenn Garten-Spinat Probleme macht.
- Lange Erntezeit: Blätter können über Wochen immer wieder geerntet werden.
- Pflegeleicht: Anspruchslos gegenüber Boden und Pflege.
- Vielseitig verwendbar: Roh im Salat, gedünstet, in Eintöpfen oder als Spinat-Ersatz in Rezepten.
Standort und Boden
Neuseeländer Spinat wächst am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Lockere, humose Böden mit guter Drainage sind ideal, aber die Pflanze kommt auch mit mäßig nährstoffarmen Böden zurecht. Zu schwere und nasse Böden vermeiden – Staunässe schadet den Wurzeln.
Aussaat und Voranzucht
Die Samen lassen sich direkt ins Beet oder in Töpfe säen. Tipps für eine sichere Keimung:
- Saatzeit: April bis Juni im Freiland; bei Voranzucht ab März in Töpfen.
- Keimung: Samen 24 Stunden in Wasser einweichen verbessert die Keimrate.
- Saatgut: In Reihen oder als Einzelpflanzen, Saatgut leicht mit Erde bedecken (max. 1–2 cm).
- Pflanzabstand: 30–50 cm, denn die Pflanzen werden buschig und ausladend.
Siehe auch die detaillierten Angaben bei Mein‑schöner‑Garten: Neuseeländer Spinat (mein-schoener-garten.de).
Pflege im Beet und im Topf
- Gießen: Regelmäßig, besonders bei Hitze. Die fleischigen Blätter speichern zwar Wasser, anhaltende Trockenheit reduziert aber Ertrag und Qualität.
- Düngung: Eine Kompostgabe im Frühjahr reicht meist. Bei sehr nährstoffarmen Böden kann ein ausgewogener Dünger helfen.
- Rückschnitt: Abgeerntete Triebspitzen fördern neue Seitentriebe – regelmäßig ernten verlängert die Saison.
- Überwinterung: Meist nicht winterhart; in milden Klimazonen können ältere Pflanzen spät weiterwachsen.
Erntezeit und Lagerung
Ernte ab etwa Mitte Juli bis zum ersten Frost möglich, je nach Aussaatzeitpunkt. Junge Blätter sind zarter; ältere Blätter etwas kräftiger im Geschmack. Zum Ernten einzelne Blätter oder Triebspitzen abzupfen ("Zupfen statt Reißen") – so treiben Pflanzen schneller wieder aus.
Frisch geerntet ist das Aroma am besten. Kurz im Kühlschrank gelagert, hält sich Neuseeländer Spinat 2–3 Tage. Zum Haltbarmachen blanchieren und einfrieren.
Kulinarische Verwendung
Die Blätter können wie Blattspinat verwendet werden, haben aber meist eine festere Textur und ein leicht würziges Aroma. Anwendungsideen:
- Gedünstet mit Knoblauch, Olivenöl und Salz
- Als Füllung für Quiches und Pasteten
- In Currys, Pfannengerichten oder Suppen
- Roh in Salaten – am besten junge Blätter
Ein einfaches Rezept: Blätter grob schneiden, in Olivenöl kurz mit Knoblauch anschwitzen, mit Zitronensaft und gerösteten Pinienkernen servieren.
Nährstoffe und Gesundheit
Neuseeländer Spinat liefert Vitamine (A, C) und Mineralstoffe wie Eisen und Calcium. Durch den Gehalt an Oxalaten ähnelt seine Nährstoffzusammensetzung der von normalem Spinat; Menschen mit Neigung zu Nierensteinen sollten daher moderate Mengen verzehren.
Schädlinge, Krankheiten und Probleme
- Schnecken und Blattläuse können vorkommen – regelmäßiges Absammeln und natürliche Feinde helfen.
- Fäulnis durch Staunässe vermeiden.
- Bei starker Hitze kann das Wachstum zwar langsamer werden, doch generell ist die Pflanze hitzetolerant.
Sorten und Saatgut
Verschiedene Handelssorten sind als Saatgut erhältlich. Bio-Saatgut und alte Sorten gibt es bei spezialisierten Anbietern, z. B. Bingenheimer Saatgut oder lokalen Samenbanken. Achte beim Kauf auf Keimfähigkeit und Herkunft.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist Neuseeländer Spinat dasselbe wie Blattspinat?
Nein. Es ist eine eigenständige Art (Tetragonia tetragonioides), wird aber oft als Ersatz für Blattspinat verwendet, besonders im Sommer.
Kann man ihn im Topf ziehen?
Ja. In ausreichend großen Töpfen oder Kästen gedeiht er gut. Wichtig sind guter Wasserhaushalt und Nährstoffe.
Wie verhindere ich, dass er zu holzig wird?
Regelmäßiges Ernten junger Triebe beugt holzigen, größeren Blättern vor. Sobald die Pflanze in die Blüte geht, werden die Blätter kräftiger im Geschmack – dann lieber neue Pflanzen aussäen.
Weiterführende Links
Fazit
Neuseeländer Spinat ist eine ausgezeichnete Wahl für Sommergärten und Balkone: robust, ergiebig und vielseitig in der Küche einsetzbar. Mit wenigen Handgriffen beim Saatgut (kurzes Einweichen), regelmäßiger Ernte und gutem Standort hast du den ganzen Sommer über frisches Blattgemüse – ideal als Ergänzung oder Ersatz für klassischen Spinat.
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