Kriechen-Pflaume: Alles, was Sie über die robuste und schmackhafte Wildpflaume wissen müssen
Die Kriechen-Pflaume ist ein oft übersehenes Juwel unter den Obstbäumen. Ihre Robustheit und der intensive Geschmack ihrer Früchte machen sie zu einer interessanten Alternative für jeden Garten. Entdecken Sie in diesem Artikel alles Wissenswerte über diese besondere Pflaumenart.
Was ist eine Kriechen-Pflaume?
Die Kriechen-Pflaume (Prunus domestica subsp. insititia) ist eine Unterart der Pflaume, die oft als Wildform vorkommt. Sie ist bekannt für ihre Anspruchslosigkeit und ihre Fähigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen zu gedeihen. Einige Botaniker sehen sie sogar als eigene Art, Prunus insititia, an. Sie ist in Europa, Westasien und Nordafrika verbreitet.
Kriechen-Pflaume vs. Pflaume: Was sind die Unterschiede?
Obwohl sie zur selben Art gehören, gibt es einige wesentliche Unterschiede zwischen der Kriechen-Pflaume und der klassischen Pflaume (Prunus domestica):
- Größe: Kriechen-Pflaumen sind meist kleiner und wachsen eher strauchartig als baumförmig. Sie erreichen selten eine Höhe von mehr als 6 Metern.
- Robustheit: Sie sind deutlich widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Schädlingen als viele Kultursorten der Pflaume.
- Geschmack: Der Geschmack der Kriechen-Pflaume ist oft intensiver und säuerlicher. Dies macht sie ideal für die Verarbeitung zu Marmeladen, Säften oder Likören.
- Früchte: Die Früchte sind in der Regel kleiner und runder als bei typischen Pflaumensorten.
Warum eine Kriechen-Pflaume pflanzen?
Es gibt viele gute Gründe, sich für eine Kriechen-Pflaume im eigenen Garten zu entscheiden:
- Anspruchslosigkeit: Sie kommt mit fast jedem Boden zurecht und benötigt wenig Pflege.
- Hohe Erträge: Trotz ihrer geringen Größe liefert die Kriechen-Pflaume oft reiche Ernten.
- Bienenfreundlich: Die Blüten sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten.
- Vielseitigkeit: Die Früchte lassen sich vielfältig verarbeiten, ob zu Marmelade, Saft, Kuchen oder als Zutat in herzhaften Gerichten.
Standort und Pflege der Kriechen-Pflaume
Die Kriechen-Pflaume ist relativ anspruchslos, aber ein paar Dinge sollten beachtet werden, um eine reiche Ernte zu gewährleisten:
Standort
Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist ideal. Der Boden sollte gut durchlässig und nährstoffreich sein. Staunässe sollte vermieden werden.
Pflanzung
Der beste Zeitpunkt für die Pflanzung ist im Herbst oder Frühjahr. Achten Sie darauf, dass das Pflanzloch ausreichend groß ist und lockern Sie den Boden gut auf. Eine Startdüngung mit Kompost oder organischem Dünger fördert das Anwachsen.
Pflege
Regelmäßiges Gießen ist vor allem in trockenen Perioden wichtig. Ein jährlicher Schnitt im Frühjahr hilft, die Form zu erhalten und die Fruchtbildung anzuregen. Entfernen Sie dabei abgestorbene oder kranke Äste.
Düngung
Eine Düngung im Frühjahr mit Kompost oder einem speziellen Obstbaumdünger versorgt die Pflanze mit ausreichend Nährstoffen.
Ernte und Verwendung der Früchte
Die Erntezeit der Kriechen-Pflaume ist meist im Spätsommer, etwa ab August, je nach Sorte und Standort. Die Früchte sind reif, wenn sie leicht vom Baum fallen und eine dunkle, bläuliche Farbe haben.
Verwendung
Die Kriechen-Pflaume ist vielseitig verwendbar:
- Marmelade und Gelee: Durch ihren intensiven Geschmack eignen sie sich hervorragend für die Herstellung von Marmeladen und Gelees.
- Saft und Likör: Auch als Saft oder Likör sind sie eine Delikatesse.
- Kuchen und Desserts: In Kuchen und Desserts verleihen sie eine besondere Note.
- Herzhafte Gerichte: Sie passen auch gut zu herzhaften Gerichten, beispielsweise zu Wild oder Geflügel.
Sorten der Kriechen-Pflaume
Es gibt verschiedene Sorten der Kriechen-Pflaume, die sich in Größe, Geschmack und Reifezeit unterscheiden:
- 'Anja': Eine beliebte Sorte mit dunkelblauen, süß-säuerlichen Früchten.
- 'Sornziger Wilde': Eine alte, robuste Sorte mit aromatischen Früchten.
- 'Blaue Kreke': Eine Sorte mit kleinen, blauen Früchten und einem intensiven Geschmack.
Bestäubung: Braucht die Kriechen-Pflaume einen Partner?
Viele Sorten der Kriechen-Pflaume sind selbstfruchtbar, benötigen also keinen zweiten Baum zur Bestäubung. Allerdings kann der Ertrag oft gesteigert werden, wenn ein anderer Pflaumenbaum in der Nähe steht. Zwetschgen eignen sich gut als Bestäuber.
Die Kriechen-Pflaume in der Küche: Rezeptideen
Hier sind einige Rezeptideen, um die Kriechen-Pflaume in der Küche zu verwenden:
Kriechen-Pflaumen-Marmelade
- 1 kg Kriechen-Pflaumen entsteinen und vierteln.
- Mit 500 g Gelierzucker (2:1) mischen und über Nacht ziehen lassen.
- Am nächsten Tag unter Rühren aufkochen und 4 Minuten sprudelnd kochen lassen.
- Gelierprobe machen und heiß in Gläser füllen.
Kriechen-Pflaumen-Kuchen
- Einen einfachen Rührteig zubereiten.
- Kriechen-Pflaumen entsteinen, halbieren und auf dem Teig verteilen.
- Mit Zimt und Zucker bestreuen und bei 180°C ca. 30 Minuten backen.
Fazit
Die Kriechen-Pflaume ist eine lohnende Ergänzung für jeden Garten. Ihre Robustheit, die reiche Ernte und der intensive Geschmack der Früchte machen sie zu einer interessanten Alternative zu herkömmlichen Pflaumensorten. Probieren Sie es aus und entdecken Sie die Vielfalt dieser besonderen Wildpflaume!