Monstera-Arten: 15 beliebte Arten, Unterschiede, Pflege & Kauf-Tipps
Die Monstera ist längst mehr als ein Trend — die Vielfalt der Gattung reicht von robusten Fensterblättern bis zu seltenen, gescheckten Raritäten. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Monstera Arten, woran du sie erkennst, wie du sie pflegst und worauf du beim Kauf achten solltest.
Die Gattung Monstera (Familie Araceae) umfasst schätzungsweise 50 bis 60 Arten tropischer Kletterpflanzen aus Mittel- und Südamerika. Viele Arten sind wegen ihrer dekorativen Blätter beliebt: Von tief eingeschnittenen, fenestrierten Blättern bis zu zarten, durchlocherten Blättern. Im Folgenden findest du eine Übersicht der bekanntesten Monstera arten, Pflegehinweise, Vermehrungstipps sowie Hinweise zu Varietäten und dem Kauf.
Beliebte Monstera Arten (mit Kurzbeschreibung)
- Monstera deliciosa – Das klassische Fensterblatt: große, geteilte Blätter, kann als Zimmerpflanze sehr groß werden; robust und pflegeleicht.
- Monstera adansonii – „Swiss Cheese Plant“ mit vielen runden Löchern; schlanker, hängender Wuchs; ideal für Regale oder Hängetöpfe.
- Monstera obliqua – Sehr selten und zart, mit extrem durchlöcherten Blättern; oft mit M. adansonii verwechselt; selten im Handel.
- Monstera borsigiana – Ähnlich wie M. deliciosa, aber kompakter und schneller in der Zimmerkultur.
- Monstera siltepecana – Kleine, längliche Blätter mit silbrigem Schimmer; juveniles Aussehen bleibt oft erhalten.
- Monstera dubia – Klettert flach an Stämmen und zeigt juvenile Schuppenblätter, später können sich größere, geteilte Blätter bilden.
- Monstera pinnatipartita – Große, tief geschlitzte Blätter; ähnelt der deliciosa, unterscheidet sich in Blattstruktur.
- Monstera karstenianum (Synonym M. karsteniana) – Schlanke Blätter, oft mit silbriger Zeichnung.
- Monstera standleyana – Oft als Variegata erhältlich; längliche Blätter, manchmal weiß gesprenkelt.
- Monstera leucantha – Seltenere Art mit markanten Blüten im Freiland.
Varietäten & Variegationen
Besonders gefragt sind Variegata-Formen (weiße oder cremefarbene Muster im Blatt) wie Monstera deliciosa 'Albo Variegata' oder die 'Thai Constellation'. Variegation entsteht durch genetische Mutationen und macht die Pflanzen oft langsamer wachsend und teurer. Beim Kauf auf stabile Verzweigung und gesunde Wurzeln achten — variegierte Pflanzen sind empfindlicher gegen Lichtmangel und Stress.
Pflege: Licht, Wasser, Substrat & Dünger
Licht
Helles, indirektes Licht ist ideal. Zu viel direkte Sonne verbrennt die Blätter, zu dunkle Standorte führen zu weniger Blattfenstern und langem, dünnem Wuchs.
Wasser
Gleichmäßig feucht, aber nicht nass: Zwischen den Wassergaben die oberste Erdschicht antrocknen lassen. Staunässe vermeiden (gute Drainage verwenden).
Substrat
Ein lockeres, humoses Substrat mit Anteil an Orchideensubstrat, Perlit oder Rindenstücken verbessert Belüftung und Drainage. Viele Grower nutzen spezielle Aroid-Mischungen.
Dünger
Während der Vegetationszeit (Frühling/Sommer) alle 4–6 Wochen leicht düngen. Ein ausgewogener Flüssigdünger oder organischer Dünger reicht meist aus.
Temperatur, Luftfeuchte & Standort
- Temperatur: Idealer Bereich 18–28 °C, keinesfalls dauerhaft unter 12 °C.
- Luftfeuchte: Höherer Feuchtewert (60–80 %) fördert gesunde, große Blätter. Sprühen, Luftbefeuchter oder ein feuchtes Kiesbett helfen.
- Stütze: Viele Monsteras klettern; Moosstab oder Rankgitter unterstützen kräftigen Wuchs und fördern größere Blätter.
Vermehrung
Die häufigste Methode sind Stecklinge mit einem Blattknoten (Spross mit Luftwurzel oder Knoten). Vorgehen:
- Schnitt unterhalb eines Blattknotens setzen.
- Optional in Wasser wurzeln lassen (hell, ohne direkte Sonne) oder direkt in feuchte Anzuchterde/Perlit.
- Bei Variegaten ist es wichtig, dass der Steckling ausreichend variegiertes Gewebe und mindestens einen Knoten hat.
Airlayering (Abmoosen) ist ebenfalls beliebt für große Pflanzen, um einen höheren, etablierten Trieb zu vermehren.
Krankheiten & Schädlinge
- Spinnmilben, Blattläuse, Thripse und Schmierläuse sind die häufigsten Schädlinge. Regelmäßige Kontrolle, mechanische Entfernung und bei Bedarf Neemöl oder entsprechende Pflanzenschutzmittel verwenden.
- Wurzelfäule entsteht durch Staunässe — Umtopfen, Drainage prüfen und kranke Wurzeln entfernen.
- Gelbe Blätter können auf Überwässerung oder Nährstoffmangel hindeuten.
Kauf-Tipps: Worauf achten bei Monstera Arten
- Art genau bestimmen: Viele Jungpflanzen sehen ähnlich aus (z. B. M. adansonii vs. M. obliqua). Verkäuferbeschreibung und Fotos prüfen.
- Gesunde Wurzeln: Keine fauligen Gerüche, weiße/feste Wurzeln sind gut.
- Bei Variegaten auf ausreichende Blattflächen mit Variegation achten; bei zu wenig variegiertem Pflanzmaterial kann die Pflanze wieder grün dominieren.
- Quellennachweis: Seriöse Händler, Pflanzenbörsen oder Züchter bevorzugen — Fehlbestimmungen und Fälschungen (insbesondere bei seltenen Arten) kommen vor.
Häufige Fragen (FAQ)
Welche Monstera eignet sich für Anfänger?
Monstera deliciosa und Monstera borsigiana sind robust und verzeihen Pflegefehler eher als sehr zarte Arten wie M. obliqua.
Warum bilden manche Monsteras keine Löcher?
Fenestration hängt von Alter, Licht, Feuchte und Klettermöglichkeit ab. Junge Pflanzen oder solche ohne Kletterhilfe zeigen oft glatte Blätter.
Sind alle Monsteras kletternd?
Die meisten Arten sind Lianen und klettern, einige zeigen aber auch kompakteren, kriechenden Wuchs.
Weiterführende Links
Mehr zu wissenschaftlichen Beschreibungen: Wikipedia: Monstera. Für Kauf und Sortenübersichten eignen sich spezialisierte Pflanzenhändler und Community-Foren (z. B. Plantura, PLNTS, Pflanzenbörsen).
Fazit: Die Vielfalt der Monstera arten bietet für fast jeden Standort und Geschmack das Richtige — von pflegeleichten Klassikern bis zu sammlerwürdigen Variegata-Raritäten. Mit dem richtigen Licht, Substrat und gelegentlicher Stütze wachsen Monsteras zu eindrucksvollen Zimmerpflanzen heran.