Herzblätter am Baum: 10 schöne Bäume mit herzförmigen Blättern und wie Sie sie erkennen
Herzförmige Blätter fallen im Garten sofort ins Auge. Manche Bäume tragen sie groß und dekorativ, andere eher zierlich – alle geben jedoch Orientierung bei der Bestimmung. Dieser Artikel nennt die wichtigsten Arten, erklärt die Blattform und gibt Pflege‑ sowie Pflanztipps.
Was heißt „herzförmige Blätter“ botanisch?
Botanisch spricht man von cordat bzw. cordate Blättern (herzförmig), wenn die Blattbasis eingesenkt wirkt und zwei „Lappen“ bildet. Wichtig für die Bestimmung sind außerdem Blattstellung (wechselständig oder gegenständig), Blattgröße, Blattrand (ganz, gezähnt), Nervatur und die Blütezeit des Baumes.
10 Bäume mit charakteristischen Herzblättern
- Trompetenbaum (Catalpa bignonioides) – Große, sehr dekorative, grob herzförmige Blätter; auffällige weiße Blütenstände. Mehr Infos: Wikipedia: Trompetenbaum.
- Judasbaum / Rotblättriger Judasbaum (Cercis siliquastrum / Cercis canadensis) – Runde bis herzförmige Blätter, oft sehr dekorativ im Austrieb; prächtige rosa Blüten im Frühjahr.
- Blauglockenbaum / Paulownia tomentosa – Sehr große, weich behaarte, herzähnliche Blätter; rasches Wachstum und auffällige lavendelfarbene Blüten. Siehe: Wikipedia: Paulownia.
- Katsurabaum (Cercidiphyllum japonicum) – Herzförmige bis rundliche Blätter; im Herbst herrliche Gelb‑ bis Rottöne.
- Linde (Tilia spp.) – Viele Lindenarten haben herzförmige Blätter mit herzförmiger Basis und gezahntem Rand; klassische Straßen‑ und Alleebäume.
- Maulbeere (Morus spp.) – Oft asymmetrisch herzförmige Blätter, teilweise stark gelappt; gute Stadtbäume oder als Obstbaum.
- Amerikanischer Judasbaum (Cercis canadensis 'Forest Pansy') – Sorte mit purpurrotem Blattwerk; Blattform wie bei Cercis, aber besonders dekorativ durch Farbe.
- Einige Magnolienarten – Bestimmte Magnolien tragen breit-herzförmige, große Blätter; hier lohnt der Blick auf Blattunterseite und Blütenform zum sicheren Erkennen.
- Tropische/mediterrane Arten (z. B. Hibiscus tiliaceus) – In milden Regionen oder als Kübelpflanze treten ebenfalls herzförmige Blätter auf; oft nicht winterhart in Mitteleuropa.
- Weitere Ziergehölze mit cordaten Blättern – Verschiedene Ziersträucher und seltene Gehölze zeigen ähnliche Blattformen; die Kombination aus Blatt, Blüte und Wuchs entscheidet bei der Bestimmung.
Wie erkenne ich einen Baum mit herzförmigen Blättern vor Ort?
- Betrachte die Blattbasis: Bei echten herzförmigen (cordaten) Blättern ist die Basis eingesenkt und bildet 2 Lappen.
- Blattstellung prüfen: Sind die Blätter wechselständig (z. B. Catalpa) oder gegenständig/kreisförmig? Das schränkt die Auswahl stark ein.
- Größe und Oberfläche: Sind die Blätter groß und weich (Paulownia) oder eher klein und fein (Cercis)?
- Frühjahrsblüte beachten: Judasbaum blüht vor oder mit dem Laubaustrieb intensiv rosa; Trompetenbaum später mit auffälligen Trichterblüten.
- Rand und Nervatur vergleichen: glatt vs. gezähnt, auffällige Nebenadern, Unterseite behaart oder glatt.
Pflanzen, Standort und Pflege – kurz und praxisnah
Viele Bäume mit herzförmigen Blättern sind relativ anspruchslos, einige bevorzugen jedoch bestimmte Bedingungen:
- Standort: Sonnig bis halbschattig. Paulownia und Catalpa mögen sonnige, warme Plätze; Cercis toleriert auch leichtere Schattierungen.
- Boden: Gut durchlässig, mäßig nährstoffreich bis humos. Linden stellen keine hohen Ansprüche, Maulbeeren mögen dagegen fruchtbarere Böden.
- Wasser & Frost: Jungbäume regelmäßig gießen. Einige Arten (z. B. Paulownia) sind weniger frosthart, andere (Linde, Cercis) sind in Mitteleuropa gut geeignet.
- Schnitt: Form-/Sanitätsschnitt im Spätwinter oder Frühsommer; Trompetenbaum neigt zu Auslichtung, Judasbaum braucht meist nur wenig Schnitt.
Garten- und Landschaftsideen
- Einzelbäume als Solitär: Trompetenbaum oder Paulownia sind wegen ihrer großen Blätter ideale Solitärbäume für große Gärten.
- Blütenakzente: Judasbaum wirkt im zeitigen Frühjahr als Blickfang in Vorgarten oder Park.
- Allee oder Straßenbaum: Linden sind klassische Allee‑Bäume mit herzförmigen Blättern und gutem Schattenwurf.
- Kübel und Terrassen: Kleine Sorten oder junge Exemplare von Cercis und einigen Magnolien lassen sich in großen Kübeln kultivieren.
Schädlinge, Krankheiten und typische Probleme
Generell sind viele dieser Baumarten robust, aber auf folgende Probleme sollten Sie achten:
- Kleinschaden durch Blattläuse, Minierminen oder Milben – meist kosmetisch und durch natürliche Feinde regulierbar.
- Wurzelfäule bei Staunässe – vermeiden Sie schwere, verdichtete Böden.
- Frost- oder Spätfrostschäden bei nicht ausreichend winterharten Exoten (Paulownia in kälteren Lagen).
Fazit – Wann ist welches Holz oder Blatt ideal?
Herzförmige Blätter sind ein nützliches Merkmal zur schnellen Bestimmung. Für große, schattenwerfende Solitäre empfiehlt sich der Trompetenbaum oder Paulownia (sofern winterhart); für blühende Vorgärten ist der Judasbaum perfekt; Linden eignen sich für städtische Alleen und öffentliche Flächen. Achten Sie bei der Auswahl auf Standort, Platzangebot und gewünschte Wirkung (Blüte vs. Blattwirkung).
Weitere Bestimmungslisten und Bildvergleiche finden Sie z. B. unter den Bestimmungsseiten zu Blattformen oder in botanischen Nachschlagewerken. Spezifische Arteninformationen: Catalpa, Cercis (Judasbaum), Paulownia, Linde, Katsura.