Wegameise: Erkennen, Schäden vermeiden und nachhaltig bekämpfen
Wegameisen tauchen oft überraschend im Haus oder Garten auf. Dieser Artikel erklärt, wie Sie die häufigsten Arten erkennen, welche Probleme sie verursachen können und welche Maßnahmen wirklich helfen — schonend für Haus und Natur.
Wegameisen sind in Europa weit verbreitet und gehören zu den häufigsten Ameisen, die Menschen bemerken. Ob im Garten, auf der Terrasse oder als ungebetene Gäste in der Küche – viele fragen sich: Wie gefährlich sind diese Ameisen, wann muss ich handeln und welche Lösungen sind effektiv? Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die wegameise (und verwandte Arten) verständlich und praxisnah.
Welche Arten werden als Wegameise bezeichnet?
Der Begriff „wegameise“ wird für mehrere Arten aus der Gattung Lasius verwendet. Zu den häufigsten zählen:
- Lasius niger – die Schwarze oder Schwarzgraue Wegameise; sehr häufig in Mitteleuropa.
- Lasius alienus – die Fremde Wegameise; in manchen Regionen verbreitet.
- Lasius brunneus – oft als Braune oder Rotrückige Wegameise bezeichnet; kommt bevorzugt in wettergeschützten Bereichen vor.
Typische Merkmale sind kleine Arbeiterinnen (meist 3–5 mm), ein nestbauendes Verhalten im Boden oder in Holzspalten und eine Vorliebe für zuckerhaltige Nahrung (Honigtau, süße Speisereste).
Erkennen: Wie identifiziere ich eine Wegameise?
- Aussehen: meist einfarbig schwarz, dunkelbraun oder rötlich-braun; schlanker Körper mit deutlich sichtbarer Taille.
- Größe: Arbeiterinnen etwa 3–5 mm, Königinnen deutlich größer.
- Verhalten: klare Laufstraßen (Pfade) zwischen Nahrungsquelle und Nest; oft in großer Zahl aktiv.
- Neststandort: Erdnester, unter Gehölz, in Bodenritzen, seltener in Gebäuden (manche Arten legen auch Nester in Dämmung oder Estrich).
Schaden und Bedeutung: Wann sind Wegameisen ein Problem?
Wegameisen gelten meist nicht als materialschädliche Schädlinge wie Holzwürmer, können aber lästig werden:
- Hygieneprobleme in der Küche und Vorratslager durch Nahrungssuche.
- Verteidigung von Blattlaus-Kolonien: Wegameisen schützen Blattläuse, die Honigtau produzieren, wodurch Pflanzen indirekt geschädigt werden können.
- Manche Arten (z. B. zweifarbige Wegameise) können Holz schädigen und sollten dann ernst genommen werden.
Vorbeugung: So reduzieren Sie das Risiko
Vorbeugende Maßnahmen sind oft ausreichend, um ein dauerhaftes Problem zu vermeiden:
- Sauberkeit: Lebensmittelreste, klebrige Flächen und offene Verpackungen vermeiden.
- Abdichten: Ritzen, Türschwellen und Anschlüsse an Fenster abdichten, damit Laufwege unterbrochen werden.
- Gartenpflege: Neststandorte (Haufen mit Holz, Kompost, Rindenmulch) kontrollieren oder verlagern.
- Blattlausbekämpfung: Blattlausbefall an Pflanzen kontrollieren, damit Ameisen nicht „angelockt“ werden.
DIY-Bekämpfung: Was zuhause funktioniert
Einige Hausmittel und lizensierte Köder sind wirksam, wenn das Nest lokalisiert oder die Laufstraßen bekannt sind:
- Borax- oder Borsäure-Köder (in Zuckerwasser oder Sirup gelöst): Wird von Arbeiterinnen ins Nest getragen und wirkt langsam. Vorsicht bei Haustieren und Kindern.
- Fertig-Köder (Gel- oder Granulatköder): Oft effektiv, weil sie für Ameisen attraktiv sind und systemisch wirken.
- Barrieren: Kreide-, Kreidepulver- oder Talkumstreifen vor Einflugstellen können Laufwege stören (Kurzfristig).
Folgendes ist weniger empfehlenswert: Einfaches Wegfegen, nur Insektenspray punktuell oder Kochen/Abflammen von Nestbereichen kann kurzfristig wirken, beseitigt aber häufig nicht die Königin(nen) und das Nest dauerhaft.
Professionelle Hilfe: Wann zum Kammerjäger?
Rufen Sie einen Profi, wenn:
- die Ameisen in großer Zahl ins Haus eindringen (Küche, Vorratsraum);
- es sich um eine Art handelt, die Holz schädigt oder in der Bausubstanz nistet;
- mehrere, wiederkehrende Nester vorhanden sind und DIY-Maßnahmen nicht helfen.
Gewerbliche Schädlingsbekämpfer kennen die richtigen Köder, Ausbringungsmengen und haben Zugang zu geprüften Maßnahmen, die zielgerichtet und sicher eingesetzt werden.
Naturschutz und richtige Einstellung
Ameisen spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem: Sie belüften den Boden, zersetzen organische Substanzen und sind Teil vieler Nahrungsnetze. Bekämpfungsmaßnahmen sollten daher gezielt erfolgen — nicht flächig und nicht ohne Grund.
Schnell-Checkliste: Erste Schritte bei Befall
- Identifizieren: Foto machen und Art grob bestimmen (Farbe, Größe, Laufverhalten).
- Futterquellen sichern: Lebensmittel verpacken, Oberflächen reinigen.
- Laufstraße verfolgen: Nest suchen (meist außerhalb oder in Hauswänden).
- Geeignete Köder anwenden oder Profi kontaktieren.
Weiterführende Links und Quellen
Vertiefende Informationen finden Sie z. B. auf der Wikipedia-Seite zur Wegameise sowie auf fachlichen Portalen zur Schädlingskunde. Bei Unsicherheit lohnt es sich, lokale Kammerjäger oder das Institut für Schädlingskunde zu kontaktieren.
Mit gezielten Präventionsschritten, der richtigen Einschätzung der Art und gegebenenfalls dem Einsatz von bewährten Ködern lässt sich ein wegameise-Problem häufig dauerhaft lösen, ohne Ökosysteme unnötig zu belasten.
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