Warum veredelte Tomaten pflanzen? Mehr Ertrag, Gesundheit und Geschmack im Beet
Veredelte Tomaten sind eine clevere Methode, um robuste Wurzeln mit aromatischen Sorten zu verbinden. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Veredelung funktioniert, welche Vorteile veredelte Tomaten bieten, wie Sie veredelte Pflanzen pflegen und worauf Sie beim Kauf achten sollten.
Die Veredelung von Tomaten (häufig als "Tomaten veredeln" bezeichnet) verbindet zwei Pflanzen: eine kräftige Unterlage mit einem geschmackvollen Edelreis. Das Ergebnis sind veredelte Tomatenpflanzen, die oft früher tragen, widerstandsfähiger gegen Krankheiten sind und höhere Erträge liefern. Im Folgenden finden Sie eine ausführliche Anleitung, Wissenswertes zu Vorteilen und Nachteilen sowie praktische Pflegetipps.
Was bedeutet „veredelt“ bei Tomaten?
Beim Veredeln wird die gewünschte Fruchtsorte (Edelsorte) auf eine robuste Unterlage aufgepfropft. Die Unterlage bildet das Wurzelwerk und sorgt für Vitalität, während die Edelsorte die Früchte bestimmt. Technisch gesehen wird der Edelspross mit einer feinen Naht an den Unterlagsstamm verbunden, bis beide zusammenwachsen.
Vorteile von veredelten Tomaten
- Bessere Wurzelkraft: Unterlagen sind oft resistenter gegen Bodenerkrankungen, Salzstress oder Trockenheit.
- Höherer Ertrag und frühere Ernte: Veredelte Pflanzen wachsen meist kräftiger und bringen schneller Ernte.
- Robustheit gegenüber Krankheiten: Einige Unterlagen bieten Resistenz gegen Nematoden, Wurzelkrankheiten oder Bodenpathogene.
- Längere Kulturdauer: Besonders im Gewächshaus halten veredelte Tomaten regulär länger durch.
- Bessere Anpassung an schwierige Standorte: Leicht salzhaltige oder sehr trockene Böden werden besser toleriert.
Nachteile und Grenzen
- Mehrkosten: Veredelte Pflanzen oder Jungpflanzen sind teurer als gewöhnliche Setzlinge.
- Geschmacksunterschiede: Bei minderwertigen Kombinationen kann Geschmack leiden; deshalb auf Qualität der Edelsorte achten.
- Pflegeaufwand: Veredelung verlangt sauberes Arbeiten und manchmal spezielle Pflege (z. B. Abschneiden von Wurzeltrieben).
- Kompatibilität: Nicht jede Edelsorte passt zu jeder Unterlage — Hersteller geben passende Kombinationen an.
Wann lohnt sich veredeln?
Veredelte Tomaten lohnen sich, wenn Sie:
- auf engem Raum (Gewächshaus, Balkon) höhere Erträge möchten,
- Probleme mit Bodenkrankheiten oder Nematoden haben,
- frühe oder verlässlichere Ernten wünschen,
- robuste Pflanzen für Hobby-Gärtner mit wenig Zeit suchen.
Veredeln: Kurze Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Material bereitstellen: scharfe Messer/Skalpell, Gummibind, Veredelungsklammer, saubere Unterlagen- und Edelsortenpflanzen.
- Passende Unterlage wählen: kräftige, gesund gewachsene Jungpflanze (z. B. spezialisierte Unterlags-Sorten).
- Gleichhohe Pflanzen: Unterlage und Edelreis sollten ähnlich dick und hoch sein.
- Schnitt durchführen: Säge- oder Keilschnitt an beiden Pflanzen, stumpfe Kanten vermeiden.
- Zusammenfügen: Edelsorte und Unterlage so zusammenstecken, dass die Kambiumschichten aneinanderliegen.
- Fixieren: Mit Bindematerial oder Veredelungsklammer fixieren und in schattigem, feuchtem Umfeld halten.
- Abdecken & Nachsorge: Nach 7–14 Tagen ist meist Verwachsung erkennbar; danach die Fixierung entfernen und Pflegemaßnahmen fortsetzen.
Hinweis: Für Hobbygärtner sind veredelte Jungpflanzen oft praktischer als selbst zu veredeln — viele Gärtnereien und Händler bieten fertige veredelte Tomaten an.
Auswahl & Kauf: Worauf achten?
- Edelsorte: Geschmack, Verwendungszweck (Salat, Soßen, Cocktail) und Reifezeit wählen.
- Unterlage: Informieren Sie sich über die Resistenzliste (z. B. gegen Nematoden, Fusarium).
- Vertrauenswürdiger Anbieter: Kaufen Sie bei spezialisierten Jungpflanzenbetrieben oder renommierten Händlern (z. B. Gärtnereien, Gartenfachmärkte).
- Gesunder Eindruck: Blätter frei von Flecken, keine Welke, kräftige Wurzeln.
Pflegetipps für veredelte Tomaten
- Standort: Sonnig, windgeschützt. Gewächshauskultur bringt oft die besten Ergebnisse.
- Gießen: Gleichmäßig, Staunässe vermeiden. Mulchen hilft, Feuchtigkeit zu halten.
- Düngung: Regelmäßig, auf die Sorte abgestimmte Nährstoffgabe (nicht zu stickstofflastig in der Fruchtphase).
- Ausgeizen & Formen: Je nach Wuchs (Busch- vs. Stabtomate) gezielt Seitentriebe entfernen.
- Kontrolle auf Unterwuchs: Entfernen Sie Sprossbildungen unterhalb der Veredelungsstelle, sonst kann die Unterlage dominieren.
Häufige Probleme und Lösungen
- Absterben an der Veredelungsstelle: Meist Infektion oder schlechte Verwachsung — betroffene Pflanzen austauschen.
- Pilzerkrankungen: Gute Belüftung, angepasste Bewässerung und vorbeugende Maßnahmen helfen.
- Wurzelausfälle trotz Veredelung: Prüfen Sie Bodenqualität und pH-Wert; bei Nematoden resistentere Unterlage wählen.
Veredelte Tomaten kaufen: Wo?
Viele Gartenmärkte, spezialisierte Gärtnereien und Online-Shops führen veredelte Tomatenpflanzen. Bekannte Quellen und Ratgeber (z. B. Mein-Schöner-Garten, OBI-Ratgeber) bieten außerdem Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Hinweise zu Sorten. Achten Sie beim Onlinekauf auf Kundenbewertungen und Rücknahmebedingungen.
Fazit
Veredelte Tomaten sind eine exzellente Option für Hobbygärtner und Profis, die mehr Ertrag, Robustheit und Zuverlässigkeit wünschen. Die richtige Kombination aus Unterlage und Edelsorte, saubere Durchführung und angepasste Pflege sind entscheidend. Wenn Sie wenig Zeit haben, sind fertige veredelte Jungpflanzen eine praktische Lösung — bei Interesse lohnt sich der Besuch einer spezialisierten Gärtnerei oder eines Fachmarkts.
Kurze FAQ
- Sind veredelte Tomaten geschmacklich schlechter? Nein — bei guter Edelsorte bleibt der Geschmack erhalten; die Unterlage beeinflusst primär Wuchs und Gesundheit.
- Kann ich veredelte Tomaten selbst veredeln? Ja, mit Übung und sterilem Arbeiten möglich. Für Einsteiger sind fertige Pflanzen einfacher.
- Wie lange halten veredelte Pflanzen im Gewächshaus? Oft mehrere Wochen bis Monate länger als unveredelte, abhängig von Sorte und Pflege.
Weiterführende Informationen und Schritt-für-Schritt-Ratgeber finden Sie unter anderem bei Mein schöner Garten und im OBI Ratgeber.
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