Marmande-Tomate: Herkunft, Anbau, Geschmack und beste Verwendung
Die Marmande ist eine klassische Fleischtomate mit rustikalem Aussehen und vollmundigem Aroma. In diesem Artikel lernst du Herkunft, Pflanzpflege, Erntezeitpunkte und die leckersten Verwendungsarten kennen — plus praktische Tipps für Hobbygärtner und Selbstversorger.
Was ist die Tomate Marmande?
Die Marmande (Solanum lycopersicum 'Marmande') ist eine alte, ursprünglich französische/mediterrane Fleischtomatensorte. Sie bildet flachrunde, leicht gerippte Früchte mit saftigem, aromatischem Fruchtfleisch. Die Haut ist relativ dünn, die Früchte erreichen meist 80–200 g und sind früh bis mittelspät reifend.
Herkunft und Geschichte
Die Sorte hat ihren Namen von der Region Marmande in Südwestfrankreich. Sie zählt zu den traditionellen, samenfesten Sorten, die schon lange im Freiland und im Gewächshaus angebaut werden. Informationen zur Sortenbeschreibung findest du z. B. bei Tomaten-Fachseiten wie Tomatenjunkie oder in Gartenshops und Samenkatalogen.
Wichtige Eigenschaften auf einen Blick
- Typ: Fleischtomate, samenfest
- Früchte: flachrund, leicht gerippt, 80–200 g
- Farbe: tiefrot bis orangerot
- Geschmack: würzig, fruchtig, saftig
- Wuchshöhe: meist mittelstark, Stabtomate
- Reife: früh bis mittel (je nach Klima)
Aussaat und Pflanzen
Aussaat drinnen: Mitte bis Ende März (für Freiland Mitte Mai nach den Eisheiligen verpflanzen). Saattemperatur 20–24 °C, keimt in 5–12 Tagen. Pikieren, später abhärten.
Pflanzung: Abstand 40–60 cm in der Reihe, 80–100 cm Reihenabstand, frei sommerliche Sonne und windgeschützt. In kühleren Regionen empfiehlt sich ein Frühbeet oder Gewächshaus.
Pflege im Garten
- Gießen: gleichmäßig, Staunässe vermeiden. Mulchen reduziert Verdunstung und Unkraut.
- Düngen: startdüngen beim Pflanzen (Kompost oder reifer Stallmist), während der Wachstumsphase alle 3–4 Wochen ausgewogenen Dünger oder Tomatendünger.
- Stützen: Stab oder Tomatenring, da die Früchte schwer werden können.
- Entgeizen: Bei sehr üppigem Wachstum können die Seitentriebe reduziert werden, besonders bei hoch wachsenden Pflanzen.
Krankheiten und Schädlinge
Die Marmande ist nicht übermäßig anfällig, kann aber wie andere Sorten von Braunfäule (Phytophthora), Kraut- und Blattkrankheiten, Blattläusen oder der Tomatenminiermotte betroffen sein. Vorbeugend helfen:
- Fruchtwechsel (nicht jedes Jahr an denselben Standort)
- ausreichender Pflanzabstand und gute Belüftung
- gesundes, gut drainiertes Substrat
- regelmäßige Kontrolle und im Befallsfall gezielte biologische Maßnahmen (z. B. Neem, Nützlinge, Entfernung befallener Pflanzenteile)
Ernte und Lagerung
Die Früchte reifen ab Juli (je nach Aussaatzeit und Klima). Vollreif geerntet entfalten sie das beste Aroma. Unreif geerntete Tomaten können nachreifen, liegen dabei aber geschmacklich oft zurück.
Lagerung: Kurzfristig bei Zimmertemperatur, kühl (nicht unter 10 °C) halten Tomaten ihr Aroma nicht gut. Für längere Lagerung ist Einkochen, Trocknen oder Einfrieren empfehlenswert.
Kulinarische Verwendung
Dank saftigem, aromatischem Fruchtfleisch ist die Marmande vielseitig einsetzbar:
- Frisch im Salat — klassische Tomatenscheiben mit Basilikum und Olivenöl
- Gefüllt (z. B. gefüllte Tomaten mit Kräuterreis oder Hackfleisch)
- Saucen und Passata — ergibt sämige, geschmacksintensive Saucen
- Grillen / Ofen — Fleischige Scheiben eignen sich zum Überbacken
- Konservieren — Einmachen, Einkochen oder Trocknen
Rezepttipp: Gefüllte Marmande-Tomaten: Deckel abschneiden, Kerne etwas auskratzen, mit Kräuterreis oder gewürztem Hack füllen, mit Käse bestreuen und 25–30 Minuten bei 180 °C backen.
Samen und Sortenwahl
Marmande ist als samenfeste Sorte weit verbreitet und in vielen Bio- und Saatgut-Shops erhältlich. Beim Kauf von Samen auf Herkunft, Keimfähigkeit und—falls gewünscht—Bio-Kennzeichnung achten. Händler wie Saatgutgärtnereien oder spezialisierte Tomatenanbieter listen die Sorte regelmäßig.
Vergleich mit ähnlichen Sorten
Im Vergleich zu modernen Hybriden punktet die Marmande mit robustem Geschmack und samenfester Erhaltung. Moderne Hybriden können höhere Erträge oder spezielle Resistenzmerkmale bieten, fehlen jedoch oft die geschmackliche Tiefe alter Sorten.
Tipps für beste Erträge
- Sorgfältig vorkultivieren (stark entwickelte Pflanzen setzen sich besser durch).
- Kompost und mineralische Nährstoffe ausgewogen kombinieren.
- Regelmäßig mulchen und gleichmäßig gießen.
- Bei längeren Regenperioden ausdünnen und kranke Blätter entfernen.
Fazit
Die Marmande-Tomate ist ideal für Gärtner, die eine geschmacklich überzeugende, traditionelle Fleischtomate suchen. Sie ist pflegeleicht, vielseitig in der Küche und als samenfeste Sorte gut für Hobbyzüchter geeignet. Wer aromatische Tomaten zum Frischverzehr oder für Saucen bevorzugt, ist mit der Marmande gut beraten.
Weiterführende Infos und Sortenbeschreibungen findest du auf spezialisierten Seiten wie Tomatenjunkie oder in Saatgutkatalogen lokaler Anbieter.
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