Datteltomaten pflanze: Anbauen, pflegen und reichlich ernten — die wichtigste Praxisanleitung
Datteltomaten sind kleine, aromatische Cocktailtomaten mit langen Rispen — perfekt für Balkonkästen, Hochbeet und Garten. In diesem Guide erfährst du, wie die Datteltomaten-Pflanze gedeiht, welche Sorten sich lohnen und welche Pflegefehler du vermeiden solltest.
Was sind Datteltomaten und welche Sorten gibt es?
Datteltomaten (oft auch Dattel-Tomaten genannt) sind kleine, längliche Cocktailtomaten mit intensivem, süßem Aroma. Beliebte Sorten sind z. B. Datterino, Corbarino, Fortunato F1, Valido oder Elfin. Es gibt rote und gelbe Typen — alle bilden schlanke Rispen mit vielen Früchten, weshalb sie als Snack- oder Verzehrtomaten sehr geschätzt werden.
Standort und Standortwahl
Datteltomaten benötigen einen warmen, sonnigen Standort mit mindestens 6–8 Stunden direkter Sonne täglich. Ideal sind windgeschützte Plätze; eine gute Luftbewegung ist dennoch wichtig, damit Blätter schnell abtrocknen und Pilzkrankheiten vorgebeugt wird.
Substrat, Topfgröße und Pflanzabstand
- Freiland / Hochbeet: nährstoffreiche, lockere Erde mit guter Drainage; pH 6–7.
- Topf / Balkon: pro Pflanze mindestens 15–20 Liter Substrat (bei großen, indeterminaten Sorten eher 20+ l).
- Pflanzabstand: am Beet 40–60 cm zwischen den Pflanzen, damit genug Luft kommt.
Aussaat, Jungpflanzen und Pflanzzeit
Aussaat im Haus: Februar–März unter Glas oder im warmen Zimmer (Keimtemperatur 20–25 °C). Pikieren, später in größere Töpfe setzen. Abhärten: Jungpflanzen 7–14 Tage langsam an Außenbedingungen gewöhnen (Temperatur, Wind, Sonne). Auspflanzen erst nach dem letzten Frost, wenn Boden und Nachtfröste vorbei sind (meist Mai bis Juni in vielen Regionen).
Wässern, Düngen und Mulchen
Gleichmäßig feucht halten, aber Staunässe vermeiden. Besonders wichtig: nicht die Blätter nass machen — lieber an der Basis gießen. Mulchen reduziert Verdunstung und gleicht Bodenfeuchte aus.
- Düngen: Start mit Kompost, dann regelmäßig (alle 2–3 Wochen) mit Tomatendünger oder organischen Alternativen (Hornspäne, Brennnesseljauche, Flüssigdünger). Zu viel Stickstoff fördert Blattwuchs, nicht Früchte — auf ausgewogene Nährstoffgaben achten.
Ranken, Stützen und Ausgeizen
Datteltomaten sind meist rankend (Stabtomaten). Die Pflanzen werden 1–2 kräftige Haupttriebe behalten und mit Stäben oder Schnüren hochgebunden. Das Entfernen von Seitentrieben (Ausgeizen) fördert Fruchtbildung, verbessert Luftzirkulation und beugt Pilzkrankheiten vor. Vorgehensweise:
- Ausgeizen: Seitentriebe in den Blattachseln regelmäßig abbrechen, bis zur gewünschten Höhe.
- Bei sehr kompakten Sorten oder bei Anbau als Buschtomate weniger ausgeizen.
Temperatur und Bestäubung
Beste Entwicklung bei Tagestemperaturen 20–27 °C, nachts nicht unter 12 °C. Niedrige oder sehr hohe Temperaturen beeinträchtigen die Fruchtansätze. Tomaten sind selbstfruchtend; leichte Bestäubung durch Wind oder Insekten genügt. Im Gewächshaus können regelmäßiges Schütteln der Rispen oder Bieneneinsatz helfen.
Krankheiten und Schädlinge: Erkennung und Vorbeugung
Häufige Probleme:
- Frucht- und Krautfäule (Phytophthora) — tritt bei feuchtem, kühlem Wetter auf. Vorbeugung: Abstand, gute Luftzirkulation, Blätter trocken halten, resistente Sorten wählen.
- Blaue/ braune Flecken auf Blättern — oft Pilzinfektionen. Entfernen befallener Blätter, Mulch erneuern, bei starkem Befall gezielt fungizid behandeln.
- Blattläuse, Weiße Fliege, Spinnmilben — bei Befall mit Wasserstrahl abspritzen, Nützlinge fördern (Marienkäfer), bei starkem Befall Pflanzen behandeln.
Ernte und Lagerung
Datteltomaten reifen an der Rispe sehr aromatisch. Ernte, wenn die Früchte voll ausgefärbt sind — am besten mit einem kleinen Stielansatz abschneiden, damit die Rispe nicht verletzt wird. Im Kühlschrank verlieren sie Aromen; besser bei Zimmertemperatur lagern und bald verzehren. Unreife Früchte können bei 18–20 °C nachreifen.
Tipps für reiche Ernte — praktische To‑Dos
- Früh aussäen, aber nicht zu warm kultivieren, damit Pflanzen kompakt bleiben.
- Stabiler Stab oder Spirale; regelmäßig anbinden.
- Ausreichend, aber nicht übermäßig düngen (sonst viel Blattwerk statt Früchte).
- Mulchen und regelmäßiges Gießen: gleichmäßige Feuchte verhindert Rissbildung.
- Regelmäßig Ausgeizen und kranke Blätter entfernen.
Häufige Fragen (Kurzantworten)
Wie hoch wird eine Datteltomaten-Pflanze?
Je nach Sorte 100–180 cm (indeterminierte Typen können noch höher werden).
Reicht ein 10‑Liter-Topf?
Für kleinere, kompaktere Sorten eventuell ja, für volle Rispen und lange Ertragsdauer 15–20 l oder mehr empfehlen sich.
Soll ich ausgeizen?
Ja, bei rankenden Sorten empfiehlt sich Ausgeizen zu 1–2 Haupttrieben; so wird Ertrag und Gesundheit gefördert.
Weiterführende Links & Quellen
Mehr über Sorten und Pflege findest du z. B. bei Plantura: Tomate 'Datterino' (Plantura), bei Floragard mit Pflegehinweisen: Datteltomate 'Valido' (Floragard) und bei Bio-Kräuter zu alten Sorten: BIO-Pflanze Corbarino.
Fazit
Datteltomaten sind relativ pflegeleicht, liefern bei richtiger Pflege aber üppige Ernten an langen Rispen. Wichtig sind ein sonniger Standort, ausreichend Volumen im Topf oder Beet, regelmäßiges, aber maßvolles Düngen, korrektes Ausgeizen und gutes Stützmaterial. Mit diesen Grundregeln genießt du von Sommer bis Herbst süße, aromatische Datteltomaten direkt aus dem Garten oder vom Balkon.
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