Anthurium-Arten entdecken: Warocqueanum, Crystallinum & Co. — Arten, Merkmale und Pflege
Die Gattung Anthurium ist riesig und vielseitig: von samtgrünen Blattwundern bis zu leuchtenden Blüten. Dieser Artikel erklärt, welche Anthurium Arten es gibt, wie man sie erkennt, pflegt und wo seltene Exemplare herkommen — ideal für Einsteiger und Sammler.
Warum Anthurium arten so faszinieren
Die sogenannten Flamingoblumen (Anthurium) umfassen Hunderte bis tausende Arten und zahllose Hybriden. Viele Arten sind wegen ihrer spektakulären Blattzeichnung und Blattstruktur beliebt, andere durch auffällige, oft lang anhaltende Blütenstände (Spatha und Spadix). Wer sich für Anthurium arten interessiert, trifft auf Epiphyten, terrestrische Arten und lithophytische Pflanzen — also solche, die auf Bäumen, im Boden oder auf Felsen wachsen.
Wie viele Arten gibt es?
Die Angaben variieren: Fachliteratur und Züchter sprechen von etwa 600 bis über 1.000 Arten. Viele Exkursionen in tropischen Regionen führen regelmäßig zu Neuentdeckungen oder Neubeschreibungen. Wichtig ist der Unterschied zwischen botanischen Arten (ursprüngliche Wildformen) und kultivierten Hybriden, die Züchter gezielt kreiert haben.
Bekannte und beliebte Anthurium-Arten
- Anthurium warocqueanum – berühmt für lange, samtige, tiefgrüne Blätter mit markanten Adern; Sammlerobjekt.
- Anthurium crystallinum – samtige, herzförmige Blätter mit silbrigem Blattnetz; sehr beliebt als Zimmerpflanze.
- Anthurium andraeanum (Andreanum-Gruppe) – die klassische Flamingoblume mit farbigen Spathen, oft als Schnittblume.
- Anthurium veitchii – große, hängende Streifenblätter ("King Anthurium").
- Anthurium scherzerianum – kleinere, aufrechte Spathen mit gewundenem Spadix.
- Anthurium clarinervium – starke, weiße Blattadern auf dunklem Untergrund; optisch ähnlich wie crystallinum.
Hybriden und Zuchtsorten kombinieren oft die besten Merkmale (Blattstruktur, Farbe, Kulturverträglichkeit) — das erhöht die Vielfalt für Liebhaber.
Lebensraum und Besonderheiten
In der Natur findet man Anthurium arten vor allem in Mittel- und Südamerika, vom Tieflandregenwald bis zu Bergwäldern. Viele Arten sind epiphytisch: Sie leben auf Baumstämmen und beziehen Feuchtigkeit und Nährstoffe aus Luft und abgestorbenem organischem Material. Andere wachsen terrestrisch im humusreichen Boden oder lithophytisch auf Felsen.
Anthurium arten bestimmen: Merkmale, auf die es ankommt
- Blattform: herzförmig, länglich, gestreift oder groß und hängend.
- Oberflächenstruktur: samtig, glänzend, dick oder dünn.
- Aderung: kontrastierende weiße/silberne Adern sind typisch für Arten wie crystallinum oder clarinervium.
- Blütenstand: Farbe und Form der Spatha (Spathen) unterscheiden andreanum-Hybriden von blattfokussierten Arten.
- Wuchsform: epiphytisch, terrestrisch oder lithophytisch gibt Hinweise auf Pflegebedürfnisse.
Pflegehinweise für Anthurium-Arten
Allgemein sind viele Blatt-Anthurien recht anspruchsvoll in Bezug auf Luftfeuchte und Substrat. Die wichtigsten Pflegepunkte:
- Standort: hell bis halbschattig, keine direkte Mittagssonne. Arten mit dunkleren oder samtigen Blättern mögen weniger Licht als leuchtend gefärbte Spathen-Anthurien.
- Temperatur: warme Bedingungen bevorzugt (18–28 °C); keine kalten Zugluft.
- Wasser: gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden. Epiphytische Arten bevorzugen besser durchlüftete, schnell abtrocknende Medien.
- Substrat: luftige Mischung (z. B. Orchideensubstrat, Rinde, Perlite, etwas Torf oder Kokosfaser).
- Luftfeuchtigkeit: hoch (60–80 %) ist ideal — regelmäßiges Besprühen oder ein Luftbefeuchter hilft.
- Dünger: mäßig während der Wachstumszeit; ausgewogener Flüssigdünger alle 4–6 Wochen.
Vermehrung und Pflege-Tipps
Die häufigsten Vermehrungsmethoden sind Teilung und Stecklinge:
- Teilung: Bei kompakteren, terrestrischen Pflanzen beim Umtopfen teilen.
- Stängel- oder Luftwurzelstecklinge: schneiden und in feuchte Anzuchterde oder Wasser bewurzeln lassen.
- Samen: möglich, aber langsam und oft selten bei Sammlerkulturen.
Seltene Arten & Schutz
Viele spektakuläre Arten sind in ihren Herkunftsgebieten selten oder bedroht — durch Habitatverlust oder Sammelaktivitäten. Seriöse Händler kennzeichnen Herkunft und ob Pflanzen aus Zucht stammen. Für wildwachsende Arten sollten Sie zertifizierte Züchter und legalen Handel bevorzugen.
Wo Anthurium arten kaufen?
Spezialisierte Händler und Züchter sind die beste Quelle, wenn Sie Echtheit und gute Kulturbedingungen wünschen. Online-Shops und Fachexperten bieten oft Sortenlisten und Pflegehinweise. Beispiele für Informations- und Verkaufsseiten finden Sie etwa bei Plantura (Plantura) oder spezialisierten Anbietern wie Ecuagenera (Ecuagenera). Achten Sie beim Kauf auf Herkunft, Pflanzengesundheit und Rückgabebedingungen.
Kurze Checkliste zum Merken
- Wenn das Blatt samtig und mit silbrigen Adern: wahrscheinlich eine Blatt-Anthurium (z. B. crystallinum).
- Große, hängende Bänder: Veitchii- oder Warocqueanum-artige Arten.
- Bunte Spathen und kompakter Wuchs: Andreanum- bzw. Schnittblumenhybriden.
- Hohe Luftfeuchte + luftiges Substrat = gesunde Blattstruktur.
Fazit
Die Welt der Anthurium arten ist groß und abwechslungsreich: Ob Sie eine pflegeleichtere Andreanum-Hybride oder eine seltene Blattikone wie Warocqueanum suchen — mit dem richtigen Standort und einer luftigen Erde gedeihen die meisten Arten sehr gut im Zimmer. Für Sammler lohnt sich der Austausch mit Züchter-Communities und das Studium botanischer Beschreibungen, denn die Vielfalt ist enorm und bietet für jeden Geschmack das passende Blatt.
Weiterführende Links und Ressourcen: Wikipedia: Anthurium, PLNTS: Most wanted Anthurium varieties.