Andenhorn-Tomate: Die lange Flaschentomate aus den Anden — Anbau, Geschmack und Verwendung
Die Andenhorn-Tomate ist eine historische Flaschentomate aus den Anden, beliebt wegen ihres festen Fruchtfleischs, geringen Samenanteils und intensiven Aromas. In diesem Beitrag erfährst du Herkunft, Sortenmerkmale, Anbautipps und wie du die Früchte am besten verwendest.
Ursprung und Geschichte
Die Andenhorn-Tomate stammt ursprünglich aus den Hochlagen von Ecuador und Peru und gehört zu den alten, traditionellen Sorten Südamerikas. Oft unter Namen wie „Cornue des Andes“, „Andine Cornue“ oder regionalen Auswahlen wie „Bellandine“ geführt, zählt sie zu den sogenannten Flaschentomaten: länglich, spitz zulaufend und fleischig.
Merkmale der Früchte
- Form: länglich bis spitz, an eine Paprika erinnernd
- Größe: Länge 8–18 cm, Durchmesser 4–7 cm; Einzelgewichte variieren je nach Selektion von ca. 100–300 g
- Farbe: meist rot, gelegentlich rötlich-orange Varianten
- Fruchtfleisch: fest, fleischig, wenig Saft
- Kerndichte: wenig Samen – ideal für Saucen und zum Füllen
- Geschmack: süßlich, intensives Tomatenaroma mit guter Balance von Säure und Süße
Warum die Sorte gärtnern?
Die Andenhorn-Tomate ist beliebt bei Hobbygärtnern, weil sie sehr aromatisch und vielseitig einsetzbar ist. Dank des geringen Wasseranteils eignet sie sich hervorragend für Saucen und zum Braten sowie für frische Schnittverwendung (Bruschetta, Salate), da sie nicht zu wässrig wird.
Anbau: Aussaat, Kultur und Pflege
Die Andenhorn-Tomate ist in der Kultur weitgehend unkompliziert, reagiert aber wie viele lange Triebe bildende Sorten gut auf frühzeitige Anzucht und konsequente Pflege.
Aussaat
- Aussaat drinnen: Februar bis Mitte März (je nach Region). Für frühere Ernte ggf. schon im Februar, ansonsten im März.
- Aussatztiefe: ca. 0,5–1 cm in feuchte, durchlässige Aussaaterde.
- Keimtemperatur: 20–25 °C, Keimung in 7–14 Tagen.
- Vorkultur: pikieren, sobald 1–2 echte Blätter erscheinen; Topfgröße schrittweise vergrößern.
Auspflanzen
- Aussetzen ins Freiland: nach den Eisheiligen (Mitte Mai) oder später, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.
- Pflanzabstand: 60–80 cm zwischen den Pflanzen, 80–120 cm zwischen Reihen.
- Standort: vollsonnig mit tiefgründigem, gut durchlässigem Boden.
- Unterstützung: rankende, hochwachsende Gewächse—Benötigen Stab/Spalier oder Tomatenspirale, regelmäßiges Anbinden ist sinnvoll.
Pflege
- Düngung: Startdüngung beim Pflanzen, anschließend alle 2–4 Wochen mit kaliumbetontem Tomatendünger; zu viel Stickstoff fördert Blattwachstum statt Fruchtbildung.
- Gießen: gleichmäßig, morgens am besten. Staunässe vermeiden; Mulchen hilft, Feuchtigkeit zu halten.
- Ausgeizen: je nach Wuchs (indeterminierte, lange Triebe): 1–2 Haupttriebe belassen oder ziehen und Seitentriebe regelmäßig ausbrechen, um Fruchtqualität und Lichtdurchlässigkeit zu verbessern.
- Temperatur: Ideal 18–25 °C tagsüber, nachts nicht unter 12 °C.
Ernte und Lagerung
Ernte, wenn die Früchte vollständig gefärbt und leicht nachgiebig sind. Die Andenhorn-Tomate reift oft asymmetrisch, daher mehrere Pflückdurchgänge einplanen. Lagerung: kühl (nicht kalt), trocken und dunkel — mehrere Tage bis eine Woche, je nach Reife. Zum Aufbewahren im Kühlschrank kurzzeitig möglich, besser lauwarm vor dem Verzehr bringen, um Aroma zu aktivieren.
Verwendung in Küche und Konservierung
- Saucen: Perfekt für hausgemachte Tomatensoßen und Passata dank geringem Wasseranteil.
- Bruschetta & Sandwiches: feste Scheiben, intensives Aroma.
- Zum Füllen: spitze Form erleichtert das Füllen mit Kräuterquark oder Reisfüllung.
- Einkochen / Trocknen: durch das dichte Fruchtfleisch eignet sie sich gut zum Einkochen und Halbtrocknen.
Krankheiten & Schädlinge
Typische Tomatenkrankheiten wie Kraut- und Braunfäule (Phytophthora), Krautfäule, Blätterpilze und Spinnmilben können auch bei Andenhorn auftreten. Vorbeugung:
- Fruchtfolge und luftige Pflanzung
- Mulchen und Bodendeckung zur Reduktion von Bodensporen
- Regelmäßige Kontrolle und bei Bedarf biologische Mittel (z. B. Kupfer in Maßen gegen Pilze, Neemöl gegen Schädlinge)
Samen, Sorten & Bezugsquellen
Die Andenhorn-Tomate ist als samenfeste Sorte verbreitet. Es gibt verschiedene Selektionen und Kultivare (z. B. „Bellandine“, „Anca“, „Cornue des Andes“). Samen erhältst du bei Saatgut-Händlern und spezialisierten Anbietern für alte Sorten; eine erste Orientierung bietet der Artikel auf Wikipedia sowie diverse Bio- und Spezialshops.
Saatgutgewinnung
Für samenfeste Erhaltung einige reife Früchte zu einem warmen, trockenen Zeitpunkt vollständig ausreifen lassen. Fruchtfleisch entfernen, Samen fermentieren (24–48 Stunden), gut spülen und trocknen. Beschriftet und lichtgeschützt lagern.
Fazit
Die Andenhorn-Tomate ist eine ausgezeichnete Wahl für Gärtner, die eine aromatische, feste Flaschentomate suchen — ideal für Saucen, Braten und frische Verwendung. Mit ein wenig Pflege und der richtigen Standortwahl belohnt sie mit großen, geschmackvollen Früchten und ist zudem ein schönes Stück Pflanzengeschichte aus den Anden.
Hinweis: Sorteneigenschaften können je nach Selektion, Anbaugebiet und Klima variieren. Probiere verschiedene Saatgutquellen, wenn du spezifische Merkmale (Größe, Geschmack, Wuchshöhe) bevorzugst.
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