Alocasia vermehren: So ziehst du zuverlässig neue Pflanzen (Teilung, Knollen & Ableger)
Praktische, schrittweise Anleitung zur Vermehrung von Alocasien – für Anfänger und Fortgeschrittene. Erfahre, welche Methoden funktionieren, welche Fehler du vermeiden solltest und wie du die Erfolgschancen erhöhst.
Viele Liebhaber tropischer Zimmerpflanzen möchten ihre Alocasien vermehren, um Sammlung oder Freunde zu vergrößern. In diesem ausführlichen Leitfaden lernst du die wichtigsten Vermehrungsmethoden kennen, bekommst Materiallisten, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Pflegehinweise für die ersten Wochen nach dem Einwurzeln.
Welche Methoden zur Vermehrung gibt es?
Die gängigsten und zuverlässigsten Methoden sind:
- Teilung der Pflanze (inkl. Rhizom-/Knollenteilung)
- Abtrennen von Ablegern/Kindeln
- Verwendung von Rhizomstücken oder Knollen
- Vermehrung aus Samen (seltener, langsamer)
Vorbereitung: Was du brauchst
- Scharfes Messer oder saubere Gartenschere (desinfiziert mit Alkohol)
- Frische, durchlässige Erde: Mischung aus Blumenerde, Perlite und etwas Orchideensubstrat
- Töpfe mit Drainagelöchern
- Handschuhe (manche Arten können Haut reizen)
- Optional: Bewurzelungspulver, Honig oder Zimt (als natürliches Antiseptikum)
- Sprühflasche für hohe Luftfeuchtigkeit
1) Teilung (die einfachste Methode)
Die Teilung ist besonders effektiv bei größeren Exemplaren oder Pflanzen mit mehreren Trieben. Sie ist meist die schnellste Methode zu gesunden Jungpflanzen.
- Pflanze aus dem Topf nehmen und Erde vorsichtig abschütteln, bis die Wurzelknollen (Rhizome/Knollen) sichtbar sind.
- Suche natürliche Trennstellen: dort, wo eigene Wurzeln und ein Spross vorhanden sind.
- Mit sauberem Werkzeug das Rhizom teilen. Jeder Teil sollte mindestens einen Trieb und einige Wurzeln haben.
- Angeschnittene Flächen kurz trocknen lassen (abhängig von Luftfeuchte), alternativ mit Zimt bestäuben.
- In frisch vorbereitete Töpfe mit lockerer Erde pflanzen, leicht andrücken und gut angießen.
Tipp: Teilung im Frühjahr oder Frühsommer durchführen – wenn die Pflanze aktiv wächst – erhöht die Erfolgschancen.
2) Ableger / Kindel abtrennen
Alocasien bilden oft kleine Nebentriebe (Kindel) am Hauptrhizom. Diese kannst du entfernen, sobald sie eigenständige Wurzeln entwickelt haben.
- Warte, bis der Ableger eigene Wurzeln von mindestens 1–2 cm hat.
- Trenne den Ableger möglichst nahe am Ursprung ab und beschädige das Mutterrhizom nicht unnötig.
- Pflanze den Ableger in feuchte Anzuchterde und halte hohe Luftfeuchte (z. B. durch Abdecken mit einer durchsichtigen Haube oder einer Plastiktüte).
3) Rhizom- oder Knollenvermehrung
Manche Arten bilden gut sichtbare Knollen oder Corms, die du ebenfalls teilen und einzeln eintopfen kannst. Diese Methode funktioniert auch, wenn die Pflanze zurückgeschnitten oder überaltert ist.
- Knollen ausgraben und säubern.
- In einzelne Stücke schneiden, jedes Stück sollte eine oder mehrere Knospen (Augen) haben.
- Wunden kurz antrocknen lassen und dann in lockere, leicht feuchte Mischung legen oder in einen Topf mit Substrat setzen.
Beliebte Substrate sind: 50 % hochwertige Blumenerde, 30 % Perlite und 20 % Kokos- oder Orchideensubstrat. Dadurch bleibt das Substrat nährstoffreich, aber gut durchlüftet.
4) Vermehrung aus Samen
Das Ziehen aus Samen ist möglich, aber langwierig. Samen müssen frisch sein, und die Temperatur sollte konstant 20–25 °C betragen. Keimung kann schnell gehen, aber bis zur ersten größeren Blattentwicklung vergehen Monate.
Nachsorge: Standort, Wasser & Pflege
- Temperatur: 20–28 °C optimal. Keine kalten Zugluftbereiche.
- Helligkeit: Heller, indirekter Standort ohne direkte Mittagssonne.
- Luftfeuchte: Hoch halten (60–80 %) — Luftbefeuchter oder regelmäßiges Besprühen hilft.
- Gießen: Substrat gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden. Weniger gießen während eventueller Ruhephasen.
- Düngen: Ab dem zweiten Monat nach dem Einwurzeln sparsam mit Flüssigdünger alle 4–6 Wochen.
Häufige Probleme & Lösungen
- Faulende Rhizome: Meist durch Staunässe. Substrat wechseln, betroffene Teile entfernen und trocknen lassen.
- Keine Wurzelbildung: Erhöhe Temperatur und Luftfeuchte, prüfe auf Schädlinge.
- Gelbe Blätter nach dem Umtopfen: Normaler Stress — nicht zu viel gießen, hellere Stelle wählen.
Spezielle Tipps für maximale Erfolgschancen
- Desinfiziere Werkzeuge, um Krankheiten zu vermeiden.
- Arbeite im zeitigen Frühjahr, wenn die Pflanze austreibt.
- Verwende kleine Töpfe für junge Ableger — zu große Töpfe halten zu viel Feuchte.
- Bei Unsicherheit zuerst Kindel oder junge Triebe nehmen — weniger invasiv als komplette Teilung.
Weiterführende Quellen
Mehr Hintergrundinfos findest du zum Beispiel bei der Wikipedia-Seite zu Alocasia oder in Praxisanleitungen wie von Planthusiast. Video-Tutorials auf YouTube zeigen oft Schritt-für-Schritt-Demonstrationen.
Fazit
Ob durch Teilung, Ablösen von Kindeln oder das Nutzen von Rhizomen — mit sauberer Arbeit, dem richtigen Substrat und einer warmen, feuchten Umgebung kannst du mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich Alocasien vermehren. Beginne mit einfachen Ablegern, wenn du neu im Vermehren bist, und arbeite dich zu größeren Teilungen vor, sobald du dich sicherer fühlst.
Viel Erfolg beim Vermehren — und notiere dir Zeitpunkt und Methode: das hilft beim Optimieren für die nächste Runde junger Pflanzen.