Wasserkresse: Anbauen, Nutzen und Rezepte für die würzige Powerpflanze
Wasserkresse ist ein würziges, vitaminreiches Blattgemüse, das sich besonders gut für Salate, Suppen und Dips eignet. Im Artikel erfahren Sie, was Wasserkresse genau ist, wie Sie sie sicher anbauen und verwenden — plus praktische Tipps für Ernte, Lagerung und einfache Rezepte.
Was ist Wasserkresse?
Wasserkresse (häufig auch Brunnenkresse genannt) ist eine krautige, mehrjährige Wasserpflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse. Die bekannteste Art ist die Nasturtium officinale, die in kühlen, fließenden Gewässern gedeiht. Wasserkresse hat würzige, pfeffrige Blätter und wird seit Jahrhunderten in der Küche und Volksmedizin verwendet.
Arten und Vorkommen
Als „Wasserkresse" werden in der Alltagssprache oft mehrere Arten zusammengefasst, darunter die echte Brunnenkresse (Nasturtium officinale) und die Wasser-Sumpfkresse (Rorippa amphibia). Während die echte Brunnenkresse fließendes, sauerstoffreiches Wasser bevorzugt, tolerieren andere Arten auch zeitweise nassen Boden.
Weitere Informationen und botanische Details finden Sie z. B. bei Wikipedia: Echte Brunnenkresse – Wikipedia.
Anbau: Standort, Erde und Wasser
Wasserkresse lässt sich unkompliziert im Garten, im Teichrandbereich oder in Töpfen auf Balkon und Fensterbank kultivieren. Wichtig sind kühle Temperaturen, heller Standort ohne direkte Sommerhitze und sauberes Wasser.
Im Garten und am Teich
- Standort: kühl, halbschattig bis sonnig, fließendes oder gut durchlüftetes Wasser wird bevorzugt.
- Substrat: humusreiche, feuchte Erde oder kiesiges Substrat am Teichrand.
- Pflanzen: Pflanzen in Gruppen setzen; es breitet sich über Ausläufer aus.
In Töpfen, Kisten oder auf dem Balkon
- Gefäß: flacher, breiter Topf oder eine Saatkiste; immer wasserdurchtränktes Substrat verwenden.
- Wasserstand: die Wurzeln sollten ständig feucht stehen; bei Kultur ohne fließendes Wasser tägliches Frischwasser wechseln oder kleine Pumpe einsetzen.
- Winter: in kalten Regionen kann Wasserkresse überdauern, gedeiht aber am besten bei kühlen, frostfreien Bedingungen.
Aussaat und Pflege
- Aussaat: im Freiland ab Frühling; in Töpfen ganzjährig möglich. Samen nur leicht mit Erde bedecken.
- Pflege: regelmäßig ernten, um buschiges Wachstum zu fördern; bei Bedarf düngen (sparsam, organisch).
- Vermehrung: durch Teilung der Mutterpflanze oder Ausläufer.
Ernte, Haltbarkeit und Lagerung
Ernten Sie die Triebspitzen und jungen Blätter für den besten Geschmack. Wasserkresse schmeckt am intensivsten frisch. Gelagerte Blätter verlieren rasch an Knackigkeit und Aroma — im Kühlschrank in feuchtem Küchenpapier oder in einer perforierten Plastiktüte bleiben sie 2–4 Tage frisch.
Nährstoffe und gesundheitliche Aspekte
Wasserkresse ist besonders reich an Vitamin C, Vitamin K, Folsäure, Beta‑Carotin und Mineralstoffen wie Kalium und Eisen. Sie enthält außerdem sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativer Wirkung.
Wichtige Hinweise:
- Publikumsinformation: Wegen des hohen Vitamin‑K‑Gehalts sollten Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen (z. B. Marcumar/Warfarin), vor größeren Mengen Rücksprache mit dem Arzt halten.
- Wildsammlung: Sammeln Sie Wasserkresse aus natürlichen Gewässern nur an unbelasteten Stellen. Wildwachsende Pflanzen können Schadstoffe oder Krankheitserreger (z. B. Leptospiren) enthalten.
Kulinarische Verwendung: frisch, würzig, vielseitig
Wasserkresse eignet sich vor allem roh oder nur kurz erhitzt, weil lange Hitze das Aroma verliert. Sie passt zu:
- Salaten und Sandwiches
- Frischkäse, Dips und Aufstrichen
- Suppen (zuletzt zugeben) und Pürees
- Garnitur auf kalten Platten, Fisch und Eierspeisen
Einfache Rezeptideen
- Wasserkresse‑Pesto: Wasserkresse, Walnüsse oder Pinienkerne, Parmesan, Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer pürieren.
- Schneller Salat: Wasserkresse, Radieschen, Gurke, Zitronen‑Dressing, etwas Olivenöl.
- Cremesuppe: Kartoffeln mit Zwiebel anschwitzen, Brühe zugeben, weich kochen, kurz vor dem Servieren Wasserkresse einrühren und pürieren.
Schädlinge, Krankheiten und Probleme
Wasserkresse ist relativ robust, kann aber von Schnecken, Blattläusen oder Pilzkrankheiten betroffen sein, besonders bei zu dichter Bepflanzung oder stehender Wärme. Sorgen Sie für gute Luftzirkulation, entfernen Sie befallene Blätter und vermeiden Sie Überdüngung.
Sicherheit bei Wildsammlung
Wenn Sie Wasserkresse wild entnehmen möchten, prüfen Sie die Wasserqualität: kein Abwasser, keine Industrieabflüsse, keine Tiertränken. Wer unsicher ist, sollte lieber kultivierte Pflanzen verwenden oder die Fundstelle von lokalen Behörden prüfen lassen.
Fazit
Wasserkresse ist eine geschmacklich kräftige und ernährungsphysiologisch wertvolle Pflanze, die sich leicht zuhause anbauen lässt — ob im Garten, am Teichrand oder im Topf auf dem Balkon. Mit wenigen Regeln zur Wasserqualität und Ernte können Sie das ganze Jahr über frische, pikante Blätter genießen.
Mehr praktische Tipps zum Anbau finden Sie bei Gartenratgebern wie Ihr Gartenberater – Brunnenkresse oder im umfangreichen Pflanzensteckbrief auf Wikipedia.
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