Hanf düngen mit Tomatendünger: Praxis, Vorteile und Dosierungs-Tipps
Tomatendünger wird oft als günstige Alternative zum spezialisierten Cannabis-Dünger genannt. In diesem Artikel erfährst du, wann und wie du Tomatendünger für Hanf sinnvoll einsetzen kannst, welche Vor- und Nachteile es gibt und worauf du bei Dosierung, pH und Begleitnährstoffen achten solltest.
Kurzer Überblick: Warum Tomatendünger für Hanf in Frage kommt
Viele Tomatendünger sind so formuliert, dass sie die Fruchtbildung und die Pflanzenvitalität fördern. Das bedeutet: ausgewogene Makronährstoffe (Stickstoff, Phosphor, Kalium) kombiniert mit Spurenelementen. Weil Hanf in der Blüte ebenfalls einen erhöhten Bedarf an Phosphor und Kalium hat, nutzen manche Gärtner Tomatendünger als kostengünstige oder leicht verfügbare Alternative.
Was Tomatendünger typischerweise auszeichnet
- Höherer P- und K-Anteil in der Blütephase: Viele Formeln verschieben sich zugunsten von Phosphor und Kalium, um Frucht- und Blütenbildung zu unterstützen.
- Zusätzliche Spurenelemente: Magnesium, Calcium, Eisen und weitere Mikronährstoffe sind oft enthalten.
- Flüssig- oder Granulatform: Beide Varianten sind erhältlich; Flüssigdünger lässt sich leichter dosieren.
Vor- und Nachteile beim Einsatz an Hanf
- Vorteile:
- Kostengünstig und leicht erhältlich.
- Oft gutes NPK-Verhältnis für die Blüte.
- Einfach anzuwenden — besonders für Hobbygärtner mit Erfahrung.
- Nachteile:
- Nicht speziell auf Cannabis abgestimmt — kann in bestimmten Phasen (frühe Vegetation) zu wenig N oder zu viel anderer Nährstoffe liefern.
- Mineralische Dünger können Salzaufbau verursachen; regelmäßige Kontrolle nötig.
- Weniger Kontrolle über Mikronährstoff-Bilanzen als mit spezialisierten Düngern.
Phasenorientierte Anwendung: Wann Tomatendünger sinnvoll ist
Hanf hat zwei Hauptphasen: Wachstum (Vegetation) und Blüte. Tomatendünger passt oft besser in die Blütephase, da er P und K betont. Für die frühe Vegetation ist ein stickstoffbetonter Dünger vorteilhaft.
Vegetationsphase
Verwende Tomatendünger in der Keim- und frühen Vegetationsphase nur in geringer Verdünnung oder kombiniert mit einem N-lastigen Wachstumsdünger. Zu viel P/K in dieser Phase kann das Blattwachstum bremsen.
Blütephase
Hier ist der Einsatz besonders sinnvoll: Höheres Phosphor- und Kaliumangebot unterstützt die Harz- und Blütenbildung. Achte darauf, die Stickstoffmenge leicht zu reduzieren, damit die Pflanze Energie in Blüten statt Blattmasse steckt.
Dosierung & Anwendungspraktiken (praktische Hinweise)
Herstellerangaben sind die Basis — beginne immer mit 25–50 % der empfohlenen Dosis, beobachte die Pflanzen und steigere langsam. Das vermindert das Risiko von Überdüngung. Wichtige Punkte:
- Starte mit einer schwächeren Lösung (z. B. 1/4 bis 1/2 Herstellerempfehlung) und erhöhe bei normalem Wachstum schrittweise.
- Bei Anzeichen von Überdüngung (verbrannte Blattspitzen, dunkle oder verklebte Blattflächen) sofort mit klarem Wasser spülen und Dosis reduzieren.
- In geschlossenen Systemen (Hydroponik) sind feinere Anpassungen nötig; dort eigenen sich spezielle Cannabis-Nährstoffpläne besser.
pH, Leitfähigkeit und Bodenbeschaffenheit
Der richtige pH-Wert ist entscheidend, damit Nährstoffe aufgenommen werden können. Richtwerte:
- Erde / Substrate: pH 6,0–7,0
- Hydrokultur / Kokos: pH 5,5–6,5
Achte außerdem auf die elektrische Leitfähigkeit (EC/PPM), um Salzaufbau und Nährstoffüberschuss zu vermeiden. Ein einfacher EC-Messer bringt hier viel Sicherheit.
Typische Probleme und wie du sie vermeidest
- Überdüngung: Verbrannte Blattspitzen, dunkle Blattfarbe. Maßnahme: Gießen mit klarem Wasser, Düngepause, Dosis reduzieren.
- Magnesium- oder Calciummangel: Zwischennervenaufhellung oder Blattkräuselung. Tipp: Bei Bedarf separaten Mg- oder Ca-Zusatz geben.
- Salzaufbau im Substrat: Regelmäßiges Durchspülen (Flush) und gelegentlicher Substratwechsel vermeiden Probleme.
Organisch vs. mineralisch: Was ist besser?
Tomatendünger ist meist mineralisch; organische Dünger fördern das Bodenleben langfristig besser. Wenn du organisch anbaust, kombiniere Tomatendünger sparsam oder setze auf organische Alternativen (Kompost, Wurmtee, Algenpräparate). Mineralische Dünger liefern schnelle Effekte und leichte Dosierbarkeit — ideal zur gezielten Nährstoffkorrektur.
Empfehlungen und weiterführende Quellen
Wenn du konkrete Produkte vergleichen möchtest, helfen Erfahrungsberichte und Herstellerangaben. Nützliche Links:
Schlussworte und rechtlicher Hinweis
Tomatendünger kann eine praktikable und günstige Alternative zur spezialisierten Cannabis-Düngung sein — insbesondere in der Blütephase. Erfolgsentscheidend sind die richtige Dosierung, Überwachung von pH/EC und die Anpassung an die jeweilige Wachstumsphase. Informiere dich außerdem über die rechtliche Lage in deinem Land: Der Anbau von Cannabis/Hanf ist nicht überall erlaubt. Nutze dieses Wissen verantwortungsbewusst.
Wenn du möchtest, kann ich dir einen konkreten Düngeplan (Vegetation + Blüte) mit empfohlenen Startdosen und Anpassungschecks erstellen — nenne mir dann bitte Substrattyp (Erde/Kokos/Hydro) und ob du organisch oder mineralisch düngst.